Historie des 1. FC Köln

Begonnen von magic, Sonntag, 29.Apr.2018, 15:12:37

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Santillana

Zitat von: magic am Dienstag, 31.Mär.2026, 15:45:39Stark! Habe meinen ersten Post zum ersten ,,FC-Stammtisch Talk" aus dem März 2009 gerade wiedergefunden. Das war damals mein erstes FC-Heimatforum (seit ca. 2000 sporadisch, ab 2003 dann dauerhaft), und viele von den Recken, die dort geantwortet haben, kenne ich persönlich – auch wenn leider einige inzwischen nicht mehr unter uns sind. Und einer aus meiner ersten Talkrunde hat ja seit ein paar Jahren seine eigene Talkversion. Ein gewisser T. K. war damals Admin, später mein Ansprechpartner beim KSTA rund um den Talk – und irgendwann dann sogar in entscheidender Position beim FC, aber nun schon länger nicht mehr  ... passt also alles irgendwie ziemlich gut in diesen kleinen Historienfaden ... ;)

Wahnsinn, die ganzen alten (blauen) Namen von ehedem zuvor : tier, Frau von tier, Schmittz, milano, bananenflanke, uncle-c.c.a.a., maske, ottowillie, Bergziege, fcfanausDK, geissbock66 - um nur einige zu nennen.

Ess et winnigstens ene Stürmer ? Dann nemme mer der !  (Hennes Weisweiler zur Verpflichtung von Pierre Littbarski)
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THC-Ben

Zitat von: CMBurns am Dienstag, 31.Mär.2026, 18:02:56Im nächsten Monat sind es 15 Jahre her, dass dieses Forum an den Start gegangen ist. Habe mich damals aus Kapstadt registriert, wo ich zum ersten Mal war. Seitdem noch ein paar Mal öfter. :)
Dem einemn Admin hat man Malle finanziert, dem nächsten halt Kapsatdt. :twisted:
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CMBurns

Zitat von: THC-Ben am Sonntag, 12.Apr.2026, 07:39:21Dem einemn Admin hat man Malle finanziert, dem nächsten halt Kapsatdt. :twisted:
Ausgesorgt. 
Spürbar ambitionslos.
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Litti7

Im Nachhinein war es ja auch irgendwie ein historisches Spiel! Heute vor einem Jahr gegen Regensburg! 

Wenn man in der kommenden Sommerpause viele kluge Entscheidungen trifft, kann es mal in die richtige Richtung gehen. 
Kessler hat mal richtigerweise gesagt, bei diesem Club müsse man immer am Gaspedal bleiben. 
Jetzt muss er nur noch Taten folgen lassen.
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shorty

Zitat von: Litti7 am Sonntag, 03.Mai.2026, 17:43:35Wenn man in der kommenden Sommerpause viele kluge Entscheidungen trifft, kann es mal in die richtige Richtung gehen.

Booooooooooooooooooooooooring...
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MG56

Nachdem er seinen eigenen fetten Vertrag eingesackt hat, wird Kessler jetzt alles ganz ruuuuuuuhig analysieren.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung?
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Litti7

Heute vor 40 Jahren gegen Real 2:0 im UEFA-Cup-Finalrückspiel gewonnen; vor 20000 in Berlin. Da Madrid damals sehr auswärtsschwach war, hätten wir vor 61000 in Köln das Ganze wohl gedreht! Selbst gegen Lachbach verlor Real in jener Saison auswärts 5:1 in Düsseldorf.

In den 60ern der Münzwurf, in den 80ern die Heimsperre im Finale. Man merkt, dass dieser Verein an einem Freitag, dem 13. gegründet wurde.

MG56

Zitat von: Litti7 am Mittwoch, 06.Mai.2026, 07:31:58Heute vor 40 Jahren gegen Real 2:0 im UEFA-Cup-Finalrückspiel gewonnen; vor 20000 in Berlin. Da Madrid damals sehr auswärtsschwach war, hätten wir vor 61000 in Köln das Ganze wohl gedreht! Selbst gegen Lachbach verlor Real in jener Saison auswärts 5:1 in Düsseldorf.

In den 60ern der Münzwurf, in den 80ern die Heimsperre im Finale. Man merkt, dass dieser Verein an einem Freitag, dem 13. gegründet wurde.


Aber immerhin konnte in den 70ern am letzten Spieltag ein dubioses 12:0 eines Vereins vom Lande durch ein eigenes verdientes 5:0 gekontert werden und eine Meisterschaft mit einem Plus von drei Toren in der Tordifferenz gesichert werden.
Es war nicht alles schlecht für den FC im 20. Jahrhundert.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung?

Povlsen

Zitat von: MG56 am Mittwoch, 06.Mai.2026, 18:23:15Aber immerhin konnte in den 70ern am letzten Spieltag ein dubioses 12:0 eines Vereins vom Lande durch ein eigenes verdientes 5:0 gekontert werden und eine Meisterschaft mit einem Plus von drei Toren in der Tordifferenz gesichert werden.
Es war nicht alles schlecht für den FC im 20. Jahrhundert.
Stimmt, trotzdem zieht sich durch die Vereinsgeschichte, dass viel mehr möglich gewesen wäre. Es hätte wunderbar ins Bild gepasst, 1978 nur Vizemeister zu werden, wie so oft. Eigentlich sind wir noch größeres Vizekusen als das Original vom Autobahnkreuz. Ich zähle die ganzen Vizemeisterschaften und Pokalfinalniederlagen jetzt nicht auf, ich kann sie aber singen. Es hätten mindestens 2 Meisterschaften und 3 Pokalsiege mehr sein müssen, dazu der UEFA-Cup-Sieg 1986 und der Landesmeister-Cup 1979. Wobei Real gegen uns schon klarer Favorit war und ob wir in Köln 4:0 gewonnen hätten, ist Spekulation, eher aber unwahrscheinlich. Gegen Juve 4 Jahre später haben wir das Halbfinale auch nicht gewonnen, trotz guter Ausgangslage. Aber Fußball findet halt nicht im Konjunktiv statt. Bis 1993 konnte man trotz allem stolz auf den FC sein. Seitdem ist Folklore Trumpf. 

Dr. Mabuse

Zitat von: Povlsen am Mittwoch, 06.Mai.2026, 18:49:57Stimmt, trotzdem zieht sich durch die Vereinsgeschichte, dass viel mehr möglich gewesen wäre. Es hätte wunderbar ins Bild gepasst, 1978 nur Vizemeister zu werden, wie so oft. Eigentlich sind wir noch größeres Vizekusen als das Original vom Autobahnkreuz. Ich zähle die ganzen Vizemeisterschaften und Pokalfinalniederlagen jetzt nicht auf, ich kann sie aber singen. Es hätten mindestens 2 Meisterschaften und 3 Pokalsiege mehr sein müssen, dazu der UEFA-Cup-Sieg 1986 und der Landesmeister-Cup 1979. Wobei Real gegen uns schon klarer Favorit war und ob wir in Köln 4:0 gewonnen hätten, ist Spekulation, eher aber unwahrscheinlich. Gegen Juve 4 Jahre später haben wir das Halbfinale auch nicht gewonnen, trotz guter Ausgangslage. Aber Fußball findet halt nicht im Konjunktiv statt. Bis 1993 konnte man trotz allem stolz auf den FC sein. Seitdem ist Folklore Trumpf.
Klarer Favorit würde ich nicht sagen, Real war damals sehr auswärtsschwach. Das 2:0 in Berlin hätte ja locker gereicht, hätte man sich in Madrid nicht wieder typisch FC-mäßig die letzten 10 Minuten superdusselig angestellt. Und auch in Berlin war sogar ein 4:0 locker drin. Ralf Geilenkirchen hat da einiges verballert.

MG56

Ohne das absolut dämliche 1:5 in der Schlussphase des Hinspiels und mit einem durchaus möglichen 3:0 im Rückspiel hätte es bei der damaligen Auswärtstorregel klappen können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung?
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ruhrpott

Mein Papa war schuld weil ich nur die erste Halbzeit vom Hinspiel sehen durfte und dann ins Bett musste  :?
Bis dahin lief es noch 
ich hasse internet

Santillana

Zitat von: MG56 am Mittwoch, 06.Mai.2026, 19:10:03Ohne das absolut dämliche 1:5 in der Schlussphase des Hinspiels und mit einem durchaus möglichen 3:0 im Rückspiel hätte es bei der damaligen Auswärtstorregel klappen können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette.

Es stand lange "nur" 3-1 für Real, der FC führte ja auch 1-0. Durch die zwei sehr späten Gegentore hat man letzten Endes den Titel verschenkt. Wie andere schon schrieben, war Real zu der Zeit auswärts sehr verwundbar. Und wenn selbst im toten Berliner Olympiastadion ein 2-0 geschafft wurde, möchte ich nicht wissen, was in Müngersdorf passiert wäre.

Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an die belgischen Prügelpolizisten.
Ess et winnigstens ene Stürmer ? Dann nemme mer der !  (Hennes Weisweiler zur Verpflichtung von Pierre Littbarski)
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BonnerFC

Zitat von: ruhrpott am Mittwoch, 06.Mai.2026, 19:23:17Mein Papa war schuld weil ich nur die erste Halbzeit vom Hinspiel sehen durfte und dann ins Bett musste  :?
Bis dahin lief es noch
Klaus Allofs!
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hitti

Ich war damals in Berlin beim Finale. Freikarte für die Mannschaft. Jugend trainiert für Olympia. Wir saßen irgendwo Oberrang. Ich war 14 und stolz wie Bolle ein Europapokalendspiel meines Effzehs im Stadion zu sehen.
Ich weiß noch, wie enttäuscht ich, dass das Stadion sooooo lehr war. Aber Fußball war noch ein furznormaler Sport, nicht so ein lächerlich aufgeblasener Kack wie heute.
Auch an einzelne Dinge aus dem Spiel kann ich mich noch erinnern. Geilenkirchen hätte zum Held werden können.
Jahre später habe ich Uwe Bein kennengelernt, der gerne davon sprach, dass sie das Ding in Madrid verbockt hatten. Zudem war er sich sicher, dass trotz dem 5:1 in Müngersdorf noch was möglich gewesen wäre. Tja, schade war's. Gute Zeiten damals für Effzeh Fans. 

Allez FC

Immer spannend, wenn die Altvorderen hier von ihren Schlüsselereignissen als FC-Fans in Kindheit und Jugend berichten und dabei von Europapokalspielen und Meisterschaftsrennen berichten. Meine erste aktive Erinnerung als FC-Fan sind der 02.03.2002, Thomas Cichon und 1033 Minuten ohne Tor. Ich war völlig angefixt und diese ,,tough love" hält wohl ein Leben lang. 

Povlsen

Zitat von: Allez FC am Mittwoch, 06.Mai.2026, 20:52:51Immer spannend, wenn die Altvorderen hier von ihren Schlüsselereignissen als FC-Fans in Kindheit und Jugend berichten und dabei von Europapokalspielen und Meisterschaftsrennen berichten. Meine erste aktive Erinnerung als FC-Fan sind der 02.03.2002, Thomas Cichon und 1033 Minuten ohne Tor. Ich war völlig angefixt und diese ,,tough love" hält wohl ein Leben lang.
Du Ärmster! Aber es stimmt, auch unwürdige Mannschaften wie die der Jahrtausendwende (für mich die schlechteste Phase der Vereinsgeschichte) haben es nicht vermocht, mich vom FC zu trennen. Nicht erklärbar. Ich gebe gerne zu, dass ich 2002 ganz sicher nicht FC-Fan geworden wäre, wenn ich damals 10 Jahre alt gewesen wäre. Bei mir war es natürlich auch Lokalpatriotismus, aber eben auch die Vielzahl an Topspielern, die es Mitte der 70er gab. Es ging immer um internationale Plätze und Titel. Mich nervt bis heute, dass das vorbei ist.

MG56

Die wechselnden Verantwortlichen der letzten 40 Jahren wollten halt nicht mehr mit Franz Kremer Deutscher Meister werden.
Den reichte es im Wesentlichen, irgendwie im Mittelmaß mitzuschwimmen, möglichst nicht abzusteigen oder direkt wieder aufzusteigen.
Was ist schon ein schlappes Argument gegen eine starke Behauptung?
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Rumpirat

Ich kenne eigentlich auch nur die "schlechten" Zeiten des FCs und liebe den Verein dennoch. Sehr paradox.

1995 war ich zum ersten Mal im Stadion und habe da nicht wirklich das Spiel verfolgt, sondern immer die aktuelle Ausgabe des "Lustigen Taschenbuchs" ´rauf und runter gelesen. Keine Ahnung, ob es meinen Vater gestört hat - wir sind immerhin jedes Mal in den Heimspielen von Kassel aus angereist (mein Vater wurde in Köln geboren und hat mit Jürgen Glowacz als Kind/Jugendlicher noch zusammen auf der Straße/dem Bolzplatz Fußball gespielt, bevor letzterer irgendwann Profi wurde. Also ein glühender FC-Fan, der mir den Verein sehr schnell sehr nah brachte. Aus Liebe zu meiner Mutter ist er dann in die Region Kassel gezogen, meine Heimat.), irgendwann hat es mich aber enorm angefixt, als ich selber dann mit meinen Freunden Fußball gespielt habe. Es kam für mich einfach kein anderer Verein in Frage.

Egal, wie bescheiden die Verantwortlichen sind oder wie schlecht es läuft, die Liebe lässt niemals nach. Und selbst die kleinsten positiven Sachen rufen wieder positive Gedanken hervor, obwohl der FC es immer wieder schafft, einen zu enttäuschen  :oops:

ruhrpott

Zitat von: Rumpirat am Donnerstag, 07.Mai.2026, 01:28:34Ich kenne eigentlich auch nur die "schlechten" Zeiten des FCs und liebe den Verein dennoch. Sehr paradox.

1995 war ich zum ersten Mal im Stadion und habe da nicht wirklich das Spiel verfolgt, sondern immer die aktuelle Ausgabe des "Lustigen Taschenbuchs" ´rauf und runter gelesen. Keine Ahnung, ob es meinen Vater gestört hat - wir sind immerhin jedes Mal in den Heimspielen von Kassel aus angereist (mein Vater wurde in Köln geboren und hat mit Jürgen Glowacz als Kind/Jugendlicher noch zusammen auf der Straße/dem Bolzplatz Fußball gespielt, bevor letzterer irgendwann Profi wurde. Also ein glühender FC-Fan, der mir den Verein sehr schnell sehr nah brachte. Aus Liebe zu meiner Mutter ist er dann in die Region Kassel gezogen, meine Heimat.), irgendwann hat es mich aber enorm angefixt, als ich selber dann mit meinen Freunden Fußball gespielt habe. Es kam für mich einfach kein anderer Verein in Frage.

Egal, wie bescheiden die Verantwortlichen sind oder wie schlecht es läuft, die Liebe lässt niemals nach. Und selbst die kleinsten positiven Sachen rufen wieder positive Gedanken hervor, obwohl der FC es immer wieder schafft, einen zu enttäuschen  :oops:
95 mit polster labbadia illgner oliseh? das war noch das letzte zucken vorm totalen absturz ;) 
ich hasse internet
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RB-Thomas

meine erste stadion-erinnerung: stehplatz mitte, irgendwann in den 90ern. bodo illgner im tor war damals mein held. gegen irgendeine rödelsmannschaft hat er dem fc quasi im alleingang das spiel gewonnen. große zeiten  :fc:
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Niggelz

Zitat von: Allez FC am Mittwoch, 06.Mai.2026, 20:52:51Immer spannend, wenn die Altvorderen hier von ihren Schlüsselereignissen als FC-Fans in Kindheit und Jugend berichten und dabei von Europapokalspielen und Meisterschaftsrennen berichten. Meine erste aktive Erinnerung als FC-Fan sind der 02.03.2002, Thomas Cichon und 1033 Minuten ohne Tor. Ich war völlig angefixt und diese ,,tough love" hält wohl ein Leben lang.

1999, 2. Pokalrunde, 7:1 in Wattenscheid. Ich war mir als kleiner Bub' sicher, dass jede FC-Partie in meinem Leben ein derart rauschendes Fest sein würde. Mir war nur nicht bewusst, dass es das fortan meist für den Gegner werden würde.
The natural state of the football fan is bitter disappointment, no matter what the score. - Nick Hornby

I.Ronnie

Zitat von: Niggelz am Donnerstag, 07.Mai.2026, 13:59:081999, 2. Pokalrunde, 7:1 in Wattenscheid. Ich war mir als kleiner Bub' sicher, dass jede FC-Partie in meinem Leben ein derart rauschendes Fest sein würde. Mir war nur nicht bewusst, dass es das fortan meist für den Gegner werden würde.

1992, 1. UEFA-Pokalrunde, 0:3 im Rückspiel gegen Celtic Glasgow. Da schwante mir schon, dass ich von der falschen Braut ausgesucht worden sein könnte. 
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magic


Passend zur schönen Diskussion hier, mal ein Text aus einem meiner Bücher (gibt es keine mehr davon, daher auch keine Werbung):

,,Welches war dein erstes Spiel im Stadion?" Antwort: ,,Keine Ahnung!" Leider ... es ist einfach nicht mehr herauszubekommen, so sehr ich auch versucht habe, das zu rekapitulieren. Das wohl früheste Spiel, welches ich genau datieren kann, war der 2:1-Sieg des FC am 16. Dezember 1972, als die damals schon großen Bayern zu Gast in der berüchtigten Radrennbahn waren. Es ist sogar nicht ganz auszuschließen, dass es tatsächlich mein erstes Spiel im Stadion war. Wie auch immer, es war auf jeden Fall ein phantastisches Erlebnis. Bernd Cullmann hatte den FC nach zehn Minuten in Führung gebracht, Ex-FC-Spieler Franz Krauthausen hatte acht Minuten später per Elfmeter-Nachschuss ausgeglichen. Der FC hatte anschließend viel Druck ausgeübt. 
 
Das war insbesondere in der Radrennbahn-Zeit so üblich, man war eine regelrechte Offensivmaschine und stets in der Lage, mit Leuten wie Overath, Flohe, Löhr, Kapellmann, Weber, Cullmann und Co. jeden Gegner in Verlegenheit zu bringen. Auch die Bayern und sonstige europäische Spitzenmannschaften. So war es letztlich auch an diesem Tag, das Anrennen zahlte sich aus, in der 90. Minute erzielte Jupp Kapellmann auf Vorlage des eben erst für Ricardo Horacio Neumann eingewechselten Karl-Heinz Hähnchen den 2:1-Siegtreffer ... und die alte Radrennbahn wackelte, mittendrin mein Vater und meine Wenigkeit.
 
Wie bei vielen anderen auch war es also der eigene Vater, der mich zum FC brachte. Durch ihn, natürlich einen eingefleischten FC-Fan, bin ich seit Ende der 60er-/Anfang der 70er-Jahre auf den FC aufmerksam geworden. Zunächst fielen mir einzelne Spieler in der deutschen Nationalmannschaft auf, denn viele – wenn auch nicht alle – Länderspiele wurden live im Fernsehen übertragen. Das sorgte zu Beginn auch für leichte Verwirrungen meines kindlichen Geistes. Eine kurze Zeit lang dachte ich, Nationalteam und FC wären quasi identisch und Beckenbauer und Gerd Müller spielten also auch beim 1. FC Köln. Der FC spielte dazu in Weiß, das Nationalteam in weißen Jerseys und schwarzer Hose. Also überwiegend auch mit hohem Weißanteil ... nun ja, dieser Irrtum konnte sehr bald aufgeklärt werden.
 
Den FC konnte man damals noch nicht so oft live im Fernsehen verfolgen, dafür musste er schon ins Pokalfinale oder sehr weit in den Europapokalspielen kommen. Beides gelang den Geißböcken ja zu dieser Zeit recht häufig und so waren vereinzelte Spiele im TV zu verfolgen. Insbesondere an das Pokalfinale gegen Bayern München im Jahr 1971 erinnere ich mich noch. Leider ging dieses mit 2:1 nach Verlängerung im Stuttgarter Neckarstadion verloren. Dies, obwohl der 1. FC Köln 48 Minuten lang mit einem Mann mehr auf dem Platz stand, denn Bayerns Koppenhöfer war in der 72. Minute vom Platz geflogen. Bis zum regulären Ende und auch über die gesamte Verlängerung konnte der FC diesen Vorteil nicht nutzen, fing sich in der 118. Minute dann auch durch den Bayern-Nobody Edgar Schneider einen Sonntagsschuss ein und verlor das Ding. Zwei Worte waren von diesem Tag an in meinem Sprachgebrauch omnipräsent: ,,Typisch FC!"
 
Man kann dies nun als meinen persönlichen Startpunkt nehmen, von dem an ich mich an den Verein gebunden habe. Mein erstes Mannschaftsposter stammt vom Beginn der Saison 1971/72 und ich hatte – gemeinsam mit meinem Bruder – alle Unterschriften der Spieler einsammeln können.
 
In den nun folgenden Jahren erlebte ich eine Mannschaft, die, wenn sie wollte und gut drauf war, in der Lage war, jeden Gegner zu dominieren, ja regelrecht auseinanderzupflücken. Insbesondere gelang das dem Team in der bereits erwähnten Radrennbahn, eigentlich nur ein provisorisches Stadion, welches während der Bauphase des neuen Müngersdorfer Stadions die Heimstätte des FC darstellte. In das enge Rund passten nur 28.000 Zuschauer rein, aber es war diese Enge und die dadurch bedingte Nähe zum Fußballfeld, die den Funken ganz flott überspringen ließ. Gerade in den Flutlichtspielen lieferte der 1. FC Köln seinerzeit eine fußballerische Gala nach der anderen ab.
 
Verantwortlich dafür zeichnete sich insbesondere die Riege der Mittelfeldstars, die man fast schon im Übermaß im Kader hatte. Wolfgang Overath war der erklärte Weltstar, Heinz Flohe der  Weltklassespieler und Super-Techniker, dazu der junge Herbert Neumann, der emsige und enorm wichtige Heinz Simmet ... alleine sie stellten ein Mittelfeld von höchstem internationalem Format. Kein Wunder, dass selbst europäische Spitzenmannschaften im engen Stadion reihenweise untergingen.
 
Schließlich hatte der FC nicht nur seine Mittelfeld-Asse im Kader. Mit Hannes Löhr, zeitweise Bernd Rupp und ab 1973 mit Dieter Müller hatte man absolute Schwergewichte auf der Mittel- und Halbstürmerposition zu bieten. Die Abwehr hielten unter anderem Spitzenleute wie Wolfgang ,,Bulle" Weber, Bernd Cullmann, der junge Harald Konopka, ab 1974 Gerd Strack und einige andere zusammen. Im Tor stand mit Gerhard ,,Gerd" Welz ein eigentlich kommender Topmann, der nach einer langwierigen Kopfverletzung aber vom jungen Harald ,,Toni" Schumacher abgelöst wurde, welcher sich - nach längerer Anpassungsphase und dem Wechselspiel mit Topalovic - später zum besten Torwart der 80er-Jahre weltweit entwickelte. 
 
Dennoch heimsten die entscheidenden Titel Mannschaften wie Bayern München und Borussia Mönchengladbach ein, der FC blieb in dieser eigentlich spielerisch-künstlerisch besten Phase – was einzelne Spiele anging – ungekrönt, weil einfach die Konstanz fehlte. Man war in der Lage, zuhause ein Feuerwerk abzubrennen und konnte alle Großen schlagen, auswärts aber fehlte dem FC oft der Killerinstinkt, manchmal wurde dem Team sogar eine gewisse Lustlosigkeit vorgeworfen. Und so fing man sich einfach zu oft völlig unnötige Niederlagen gegen – ,,Typisch FC" – Mannschaften wie Oberhausen, Wuppertal oder Bochum ein. Der Spruch von der ,,Diva vom Rhein" – heute so, morgen so, je nach Laune – machte die Runde und das leider auch zurecht.
 
Das war der Haken in dieser Zeit, die großen Künstler am Ball waren in der Lage, große Werke abzuliefern, wenn sie ,,Bock" hatten, trugen aber auch das berühmte Laissez-faire eines Bohémiens in sich und ließen es laufen, wenn ihnen danach war. Kölsch ausgedrückt, die Mannschaft lebte zeitweise eine ,,Küsste hück nit, küsste morjen"-Mentalität vor. Womöglich passierte dies unterbewusst, aber es gelang keinem Trainer, ob Ernst Ocwirk, Gyula Lorant, Rudi Schlott oder Cik Cajkovski, der Mannschaft diesen Makel auszutreiben. So gingen viele Titel verloren, entweder an die Isar oder an den Niederrhein. Dabei waren beide Kontrahenten dem FC in Sachen Spielerpersonal nicht wirklich überlegen, trotz ihrer nachgewiesenen Klasse. Aber sie hatten Trainer von Format, eben Lattek und Weisweiler. Die erwähnten Ocwirk, Lorant, Ex-Weisweiler Assistent Schlott und der eh vom Team langfristig kaum ernst genommene "Tschik" (was hat Overath den oft vor versammelter Truppe lächerlich gemacht) fehlte diese Klasse. 
 
Insofern war die Stimmung in Köln auch nicht immer die beste, trotz der – verglichen mit heute – erheblich besseren sportlichen Ergebnisse. Aber es sprangen keine Titel dabei heraus. Der FC stand aber immer unter den ersten fünf, hätte wohl auch regelmäßig Champions League gespielt, hätte es die damals bereits gegeben. So blieb den Geißböcken der UEFA-Cup, den man regelmäßig bespielte, auch hier mit zum Teil atemberaubenden Auftritten wie z. B. gegen den FC Amsterdam, Olympique Marseille oder OGC Nizza. Doch der ganz große Wurf wollte nicht gelingen, im Jahr 1971 schlug Juventus Turin die Tür zum Finale zu, nachdem man zuvor Arsenal London im Viertelfinale ausgeschaltet hatte.
 
Die Mönchengladbach-Phobie der Geißbock-Elf entfaltete auch im Europapokal ihre Wirkung, zweimal scheiterte man im UEFA-Cup an den Borussen. Im Jahr 1975 verwehrte die Elf vom Niederrhein den Kölnern damit auch das Endspiel und gewann dieses dann gegen Twente Enschede, gegen die sicher auch der FC nicht völlig chancenlos gewesen wäre.
 
All dies beobachtete ich aus nächster Nähe, entweder im Stadion, am Radio oder am TV-Gerät. Wobei ich gestehen muss, Stadionbesuche waren eher selten, das waren echte Feiertage und somit selten. Das Radio war wohl damals DAS Fußballmedium schlechthin. Die Namen der Reporter haben heute noch ihren ganz besonderen Klang: Kurt Brumme, Jochen Hageleit, Dietmar Schott, Eddie Körper, Heribert Faßbender, Manni Breuckmann und wie sie nicht alle hießen. Sie brachten das runde Leder nach Hause in die guten Stuben und dort lauschte, bangte und hoffte ich, dass mein FC nun endlich einen Titel holt, den ich bewusst mitbekomme.
 
Im DFB-Pokal war man stets nah dran, doch die Finals 1970 gegen Offenbach, das bereits erwähnte Endspiel gegen am Ende zehn Bayern 1971 und das ,,Jahrhundert-Pokalfinale 1973", als Günter Netzer den Ball unbewusst ins Kölner Tor abfälschte, gingen allesamt denkbar knapp verloren. Dem FC schien ein ganz entscheidendes Element zum Titel zu fehlen!
 
Und dieses Element machte man - spät, aber noch nicht zu spät - zurecht auf der Trainerbank aus. Das hochveranlagte, aber sicher nicht einfach zu leitende Team um den äußerst selbstbewussten Weltstar Wolfgang Overath, der wie selbstverständlich die Richtung des Spiels und des Spielstils, manchmal gar die Umfänge seiner eigenen Trainingseinheiten bestimmte, verlangte nach einem mindestens ebenso hochbegabten und persönlichkeitsstarken Top-Trainer. Da konnte es zu dieser Zeit einfach nur einen geben, den man unbedingt holen musste und dies letztlich auch umsetzte: Hennes Weisweiler, Urkölner, Gründungsmitglied des Vereins und Spieler der ersten Elf von 1948, kam zu seiner dritten Amtszeit als Übungsleiter des 1. FC Köln zurück!
 
Der neue Trainer erkannte rasch, dass auch an Overath der Zahn der Zeit genagt hatte, befand sich dieser doch zu Weisweilers Amtsbeginn bereits in seinem 33. Lebensjahr. Zusätzlich war der FC in den letzten Jahren zu leicht ausrechenbar geworden, hatte man das Spiel doch voll und ganz auf Overath ausgerichtet. Auch Weisweiler hatte schließlich von der Berechenbarkeit des Kölner Spiels als Gladbacher Trainer in einigen Spielen profitieren können.
 
Aus diesen Gründen demontierte der Top-Trainer den Weltmeister von 1974 nach und nach und hatte damit Erfolg. In seinem ersten Jahr feierte der FC durch den 1:0-Sieg über Hertha BSC Berlin im DFB-Pokalfinale endlich seinen ersten Titel nach neun langen Jahren. Für mich war es der erste bewusst miterlebte Titel, der aber einmal mehr mit einem ,,Typisch FC" begleitet wurde. Warum? Weil der 1. FC Köln die bis dahin und bis heute einzige Mannschaft darstellt, die dafür zwei Endspiele benötigte und das Ganze auch noch zum großen, finalen Krach zwischen Weisweiler und dem längst zurückgetretenen Wolfgang Overath führte. Diesen hatte Weisweiler nach dem 1:1 im ersten Endspiel am Ende gar nicht mehr aufgestellt und so für schlechte Stimmung gesorgt. Dennoch war der Jubel groß, endlich ein Titel! ,,Es wurde aber auch Zeit", dachte ich. Es konnte ja keiner ahnen, dass in den 2000er-Jahren schon das Erreichen eines Pokalfinals durch den FC ein mittleres Wunder darstellen würde.
 
Im Folgejahr wurde der 1. FC Köln dann bekanntermaßen Deutscher Meister und Pokalsieger. Das Double! Un-ver-gess-lich!! Wäre aber auch fast schief gegangen, denn bei einer Vorstandssitzung nach dem Aus im Europapokal gegen den FC Porto wurde über das sofortige Aus von Trainer Weisweiler diskutiert. Erst vor kurzem hat der damalige Manager Karl-Heinz Thielen das öffentlich gemacht. Man war unzufrieden: Im Vorjahr die Meisterschaft trotz Traumstart von fünf Siegen in Folge noch vergeigt, "nur" den Pokal geholt und sogar Overath aufgrund des Zwistes mit dem Trainer verloren ...und dann diese Spielweise. Anstatt spielerisch zu dominieren, erzielte der FC seine Tore fast nur nach Ecken. Das internationale Aus ließ das Fass fast überlaufen, aber man wollte Hennes noch "ein paar Spiele geben" ... das nächste Spiel gewann man mit 5:2 beim deutschen Meister Mönchengladbach! Das Ausrufezeichen war gesetzt, der FC stürmte Richtung Meisterschaft und gar dem Double und gerade in der Schlussphase, wo noch alles hätte schiefgehen können, zeigte sich, das Weisweiler eben DER Trainer von Format war, den der FC brauchte, um Erfolg zu haben. Er verlor eben nicht die Nerven, hielt stand, auch nach einer äußerst unglücklichen 0:1 Heimniederlage am 1. April gegen Eintracht Frankfurt blieb der FC in der Folge stabil. Und was wurden die vielen Tore aus Ecken am Ende gefeiert, ganz besonders beim Spiel in Kaiserslautern, vor dem man besonders viel Respekt hatte ... 
 
,,Jetzt folgt eine große Ära des 1. FC Köln", dachte sicher nicht nur ich, als der in der Saison alles überragende Kapitän Heinz Flohe die Meisterschale präsentierte und gleichzeitig der DFB-Pokal von Spielerhand zu Spielerhand gereicht wurde. Der Bann war doch scheinbar gebrochen, nicht wenige glaubten zu dieser Zeit – gar nicht mal zu Unrecht –, dass der FC nun die Chance nutzen könne, schwächelnde Bayern und auch mehr und mehr abbauende Gladbacher dauerhaft als Spitzenteam der Liga abzulösen. Die Chance war da, doch leider wurde sie weggeschmissen.
 
Man kann es abkürzen, mit Heinz Flohe verlor der FC die Seele seines Spiels. Zunächst rein verletzungsbedingt, denn der Kapitän hatte sich bei der Weltmeisterschaft in Argentinien beim 0:0 gegen Italien eine langwierige Muskelverletzung eingefangen, die ihn lange ausfallen ließ und auch in der Folge immer und immer wieder außer Gefecht setzte.
 
Das Team hatte daraufhin große Probleme in der Liga, hielt sich aber immerhin im Europapokal der Landesmeister schadlos. Doch nach dem Aus im Halbfinale gegen Nottingham Forrest war die Chance, den berühmten ,,Henkelpott" nach Köln zu holen, hinüber und danach brach die Mannschaft regelrecht zusammen. Bei der 6:0-Auswärtsniederlage beim HSV flog der endlich einmal halbwegs gesunde Flohe gemeinsam mit Herbert Neumann vom Platz. Unsinnigerweise wurden daraufhin beide vom Verein suspendiert, es wurden Sündenböcke gebraucht, die man schlachten konnte. Oder besser: Nubbel zum Verbrennen! Eine Maßnahme mit sehr weitreichenden Folgen, denn Heinz Flohe wollte anschließend nur noch weg.
 
Diesen herausragenden Spieler verkaufte der 1. FC Köln also 1979 für ein schlappes Taschengeld zu 1860 München. Unfassbar, noch heute empört mich das! Wie dumm kann man sein?
Ich war damals 15 Jahre jung, als der Wechsel über die Bühne ging, stand vor meinem letzten Schuljahr und somit kurz vor dem Eintritt in mein Berufsleben. Der Wechsel von Heinz Flohe hat mir gezeigt, dass alles einmal endet, auch die schönen Dinge. Die vielleicht schönste Ära meines passiven Fußballlebens war vorbei, die 70er sind auch heute für mich die schönste FC-Zeit gewesen. Gar nicht mal nur wegen der Titel (natürlich auch ...), sondern hauptsächlich wegen des immer wieder total begeisternden Fußballs, insbesondere in der Radrennbahn-Ära. Für mich persönlich war dies das Kreativste und Schönste, was mein FC mir geboten hat, trotz natürlich immer wieder schöner Erlebnisse auch danach. Aber diese Zeit mit ihren herausragenden Protagonisten und natürlich meinem Idol Heinz Flohe, die werde ich immer in meinem Herzen tragen.
 
Die Achtzigerjahre waren einmal mehr mit vielen verschenkten Chancen bestückt .... (Fortsetzung folgt)
"Der FC ist kein Verein, den man sich selbst überlassen darf"

Superwetti

Zitat von: Niggelz am Donnerstag, 07.Mai.2026, 13:59:081999, 2. Pokalrunde, 7:1 in Wattenscheid. Ich war mir als kleiner Bub' sicher, dass jede FC-Partie in meinem Leben ein derart rauschendes Fest sein würde. Mir war nur nicht bewusst, dass es das fortan meist für den Gegner werden würde.
Ich war auch dort. 25 DM hat die Karte gekostet. Pro Tor ein günstiger Preis.
Super-Wetti
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Ruffy

Ich wollte um die Jahrtausendwende unbedingt Bayern Fan sein. Wir FC Kids wurden von den Bayern und Dortmund Kindern andauernd in der Schule und beim Fußballtraining gehänselt, wie schlecht unser Verein doch war. Mein Vater verbot es mir aber nahezu und quälte mich immer wieder mit ins Stadion, auch wenn ich damals absolut keinen Bock drauf hatte. Irgendwann habe ich mich aufgegeben und ihm seinen Willen erfüllt.
Warum auch immer bin ich ihm trotzdem dankbar, dass er mir damals keine Wahl gelassen hat.
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dixie

Zitat von: Niggelz am Donnerstag, 07.Mai.2026, 13:59:081999, 2. Pokalrunde, 7:1 in Wattenscheid. Ich war mir als kleiner Bub' sicher, dass jede FC-Partie in meinem Leben ein derart rauschendes Fest sein würde. Mir war nur nicht bewusst, dass es das fortan meist für den Gegner werden würde.
Bei dem Spiel saß ich auf der Holztribüne des Lohrheidestadions  und jubelte gerade über den vierten Treffer eines gewissen Christian Timm, als eine Frau mittleren Alters an meinem Ärmel zupfte und mit purer Glückseligkeit in ihren Augen sagte: "Das ist mein Sohn".

Mein erstes Spiel im alten Müngersdorfer Stadion war ein 3:0 über Borussia Mönchengladbach am 11. März 1962. Den Sieg, die Tore erzielten übrigens Kalli Thielen (2) und Christian Breuer, nahmen die Zuschauer als mehr oder weniger selbstverständlich zur Kenntnis, hatte man damals doch nicht im entferntesten eine Vorahnung, dass dies einmal eines der großen Derbys im deutschen Fußball werden würde. Für einen Knirps von gerade mal 7 Jahren bedeutete der Besuch des Spiels mit meinem Vater ein kleines Stück vom Paradies.

Zwei Monate später befand ich mich mit meiner Mutter zur Kur (im Dezember 61 hatte ich eine Rippenfellentzündung) im Schwarzwald. Der Tag des Endspiels nahte und ich ging vielen Menschen dort auf den Geist, weil ich herausbekommen musste, wo man das Spiel im Fernsehen sehen konnte. Ein kleines Café in der Innenstadt von Herrenalb besaß einen Fernseher und dort konnte ich die erste Deutsche Meisterschaft des FC und den grandiosen 4:0-Sieg über Nürnberg verfolgen.

Nur zu Beginn gab es eine kleine Irritation, als der Kellner unsere Bestellung aufnahm. Mir war eine Schachtel mit kleinen Fläschchen im Eingangsbereich aufgefallen, die die Aufschrift "Der gute Pott" trug. Der Bezug zu FC-Verteidiger Fritz Pott, der im Endspiel das vierte Tor erzielen sollte, lag auf der Hand. Schlussendlich musste ich mich aus verständlichen Gründen mit einer Limonade begnügen. 

Egal, der FC war Deutscher Meister, der Himmel hing voller Geigen und ich dachte in meiner kindlichen Naivität, dass dies jetzt immer so weitergehen würde. Wie sehr sollte ich mich irren, aber Fan dieses verrückten Vereins bin ich nach wie vor.

Niggelz

Zitat von: Superwetti am Donnerstag, 07.Mai.2026, 15:12:46Ich war auch dort. 25 DM hat die Karte gekostet. Pro Tor ein günstiger Preis.


Die Eintrittskarte besitze ich heute noch. Natürlich inklusive mit Kugelschreiber draufgekritzeltem Ergebnis.
The natural state of the football fan is bitter disappointment, no matter what the score. - Nick Hornby
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Wildharry

Tja, Historie des FC, ich könnte was mich selber betrifft soviel darüber schreiben. Habe aber momentan keine Lust weiter auszuholen, eventuell am Wochenende.
Aber eins vorweg, cool war die Hool Zeit Mitte der 80er, da bestehen heute noch Freundschaften obwohl einige nicht mehr unter uns sind oder am Rollator gehen (nein, ich nicht :D )
Bleiben sie ordentlich!
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Litti7

Zitat von: magic am Donnerstag, 07.Mai.2026, 15:09:07Der FC stand aber immer unter den ersten fünf, hätte wohl auch regelmäßig Champions League gespielt, hätte es die damals bereits gegeben. So blieb den Geißböcken der UEFA-Cup, den man regelmäßig bespielte, auch hier mit zum Teil atemberaubenden Auftritten wie z. B. gegen den FC Amsterdam, Olympique Marseille oder OGC Nizza. Doch der ganz große Wurf wollte nicht gelingen, im Jahr 1971 schlug Juventus Turin die Tür zum Finale zu, nachdem man zuvor Arsenal London im Viertelfinale ausgeschaltet hatte.

Der damalige UEFA-CUP war viel besser besetzt als die heutige Europa League, da spielten die Mannschaften von Platz 2 - 5 der großen Fußballnationen. Der war schwieriger zu gewinnen als der Landesmeisterpokal!
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