Autor Thema: Fangewalt...  (Gelesen 285299 mal)

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Offline bollock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2400 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:31:52 »
Martialische Symbolik, Überspitzung, raue Rhetorik... all das sind und waren doch wohl immer Stilmittel der Fankultur, nicht nur der Ultras. "Und wenn ihr absteigt, schlagen wir euch tot", es haben (Stand jetzt) trotzdem alle überlebt. Was sie damit sagen wollen? Vielleicht symbolisch gesprochen sowas wie "Ey, wir haben dich genau im Visier, also pass auf, was du machst!". Vielleicht wollten sie aber auch einfach gar nix sagen.
Martialische Symbolik, Überspitzung, raue Rhetorik... all das sind und waren doch wohl immer Stilmittel der Fankultur, nicht nur der Ultras. Rechten und der AFD.
Zitat von: P.A.Trick
Man kann das Plakat mit dem Fadenkreuz als beleidigend oder unangebracht empfinden. Das ist mitunter eine Frage des Standpunkts. Es mit Mord und Totschlag in Verbindung zu setzen ist völlig absurd.
Man kann den Galgen für Merkel , oder die "Entsorgung" von Frau Özoguz als beleidigend oder unangebracht empfinden. Das ist mitunter eine Frage des Standpunkts. Es mit Mord und Totschlag in Verbindung zu setzen ist völlig absurd.


Leute schnallt ihr noch was? Es ist ja schön, dass ihr in eurem Fußballrhetoriksandkasten der Meinung seid, das alles sei gesellschaftlich losgelöst. Ist es aber nicht. Selbstverständlich muss auch die Fußballszene mal in der Lage sein zu erkennen, dass es einen Kontext gibt zu anderen Bereichen des Lebens.
Und wir können nicht die AFD Rhetorik verurteilen und uns empören, aber gleichzeitig die gleiche Scheiße in unserem (nicht)isolierten Bereich abziehen.Wenn ihr das nicht schnallen könnt, dann versteh ich die Welt echt nicht mehr.

Die gleiche Schei.ße, die ihr hier abzieht macht die AFD genau so. GENAU SO und nicht anders. Alles völlig absurd. Als würde ein AFD Anhänger irgendwann mal einen Politiker erschießen. Oder eine Synagoge stürmen. oder oder oder...Nein, es hat noch nie ein Fußballanhänger jemanden andern umgebracht. Und Kevin Pezzoni wurde die Nase nicht als Fußballer gebrochen, sondern als Mensch. Macht es das dann irgendwie besser?
Ich finde Hopp auch zum kotzen und das darf man gerne sagen. Man muss ihn aber nicht (mehr) ins Fadenkreuz nehmen.
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Offline Venus von Milos

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2401 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:37:07 »
Auf diesen AfD Vergleich möchte ich ehrlich gesagt nicht antworten.
Alkohol ist Gift.

Offline P.A.Trick

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2402 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:37:17 »
Der Unterschied ist, dass die Rechten Frau Merkel tatsächlich aufhängen wollen und Linke und Ausländer/anders Aussehende tatsächlich ermorden (und zwar regelmäßig in immer kürzer werdenden Abständen), während bei der im Fußball seit Jahrzehnten verwendeten Rethorik und Symbolik noch nie etwas passiert ist und wohl auch nie passieren wird. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass ein verwirrter Gladbacher morgen loszieht und Hr. Hopp erschießt? Wohl kaum!

Man kann Zweiteres auch unschön und als nicht hinnehmbar einordnen, aber der Vergleich der beiden Themen miteinander verbietet sich, weil sie schlicht und ergreifend rein gar nichts mit einander zu tun haben. Wir sprechen hier auf der einen Seite über die größte Bedrohung der freiheitlichen Gesellschaft in der Nachkriegszeit und auf der anderen Seite über eine Subkultur, die seit Jahrzehnten ihre eigene Sprache und Symbolik hat. Wenn beide die gleichen Wörter benutzen, steht dahinter noch lange nicht die gleiche Aussage.


Anhang:
Das ist übrigens das Hauptproblem von Hr. Hopp. Er hat sich mit seinem Engagement in ein Terrain vorgewagt, das er gar nicht kennt. Er ist kein Fußballer, er ist Geschäftsmann. Er nimmt die Anfeindungen, Plakate und Pöbeleien persönlich und geht dagegen mit großem Getöse vor. Voll daneben, so wird es nur immer schlimmer. Das Gegenbeispiel ist Uli Hoeness. Was hat der sich nicht alles anhören müssen, die letzten 30 Jahre?!? Hat der einmal rumgejammert oder irgendwas persönlich genommen? Nee! Der hat, wenn es ihm zu bunt wurde, die Verbalkeule rausgeholt und seine Kontrahenten so attackiert, wie sie es mit ihm getan haben. Ergebnis: viele können in nicht leiden, aber kaum jemand im Sektor "Fußball" hat keinen Respekt vor Uli Hoeness (die Steuernummer mal ausgeklammert). So funktioniert das im sozialen Umfeld "Fußball".

Offline bollock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2403 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:46:58 »
Der Unterschied ist, dass die Rechten Frau Merkel tatsächlich aufhängen wollen und Linke und Ausländer/anders Aussehende tatsächlich ermorden (und zwar regelmäßig in immer kürzer werdenden Abständen), während bei der im Fußball seit Jahrzehnten verwendeten Rethorik und Symbolik noch nie etwas passiert ist und wohl auch nie passieren wird. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass ein verwirrter Gladbacher morgen loszieht und Hr. Hopp erschießt? Wohl kaum!

Man kann Zweiteres auch unschön und als nicht hinnehmbar einordnen, aber der Vergleich der beiden Themen miteinander verbietet sich, weil sie schlicht und ergreifend rein gar nichts mit einander zu tun haben. Wir sprechen hier auf der einen Seite über die größte Bedrohung der freiheitlichen Gesellschaft in der Nachkriegszeit und auf der anderen Seite über eine Subkultur, die seit Jahrzehnten ihre eigene Sprache und Symbolik hat. Wenn beide die gleichen Wörter benutzen, steht dahinter noch lange nicht die gleiche Aussage.

Es geht hier nicht darum, ob man glaubt dass ein Fan jemanden erschießt. Es geht darum dass wir als Gesellschaft massiv gegen die rhetorische Hetze und Symbolik, die in unserem Land herrscht vorgehen müssen.  Dann können wir uns aber nicht gleichzeitig auf der anderen Seite genau solch einer Rhetorik und Symbolik bedienen.
Wenn Du den Zusammenhang nicht erkennen willst oder kannst, musst Du eben weiterhin trotzig Dein Fadenkreuzplakat hochhalten.
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Offline bollock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2404 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:48:27 »
Auf diesen AfD Vergleich möchte ich ehrlich gesagt nicht antworten.
Hast Du gerade eben mit Deiner Nichtantwort aber doch klar gemacht...
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Offline P.A.Trick

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2405 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:54:44 »
Es geht hier nicht darum, ob man glaubt dass ein Fan jemanden erschießt. Es geht darum dass wir als Gesellschaft massiv gegen die rhetorische Hetze und Symbolik, die in unserem Land herrscht vorgehen müssen.  Dann können wir uns aber nicht gleichzeitig auf der anderen Seite genau solch einer Rhetorik und Symbolik bedienen.
Wenn Du den Zusammenhang nicht erkennen willst oder kannst, musst Du eben weiterhin trotzig Dein Fadenkreuzplakat hochhalten.

Es geht darum zu differenzieren.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es nicht an der Zeit wäre, dass "der Fußball" in der Kurve mal sein Vokabular ändert. Das streitet niemand ab.
Was nicht geht, ist den Fußballfans die gleiche Intention unterzuschieben, wie sie die rechten Terroristen haben, bloß weil die Symbolik sich ähnelt.
Beide tun und meinen völlig unterschiedliche Dinge.

Offline bollock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2406 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 15:57:48 »
Es geht darum zu differenzieren.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob es nicht an der Zeit wäre, dass "der Fußball" in der Kurve mal sein Vokabular ändert. Das streitet niemand ab.
Was nicht geht, ist den Fußballfans die gleiche Intention unterzuschieben wie sie die rechten Terroristen haben, bloß weil die Symbolik sich ähnelt.
Beide tun und meinen völlig unterschiedliche Dinge.
Wenn Du meine Beiträge auch mal genau gelesen hättest, hättest Du mitbekommen, dass es mir GENAU DARUM geht. Protest gegen Hopp darf und muss sein.
Die Symbolik allerdings ähnelt sich nicht nur, sondern ist gleich.Und Nein, ich schiebe den Fußballfans nicht die gleiche Intention unter.
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Offline P.A.Trick

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2407 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:03:52 »
Und ich sage, dass es nicht statthaft ist, Rechtsterroristen und Fußballfans in einen Topf zu werfen.

Deine Beiträge habe ich überhaupt nicht gelesen und ich beziehe mich auch nicht darauf. Der Einzige, der hier ein Fass auf macht, bist zur Zeit du. Schalt mal nen Gang runter!

Offline bollock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2408 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:09:29 »
Und ich sage, dass es nicht statthaft ist, Rechtsterroristen und Fußballfans in einen Topf zu werfen.
Ich gebe es auf. Du willst es nicht verstehen, also wirst Du es nicht verstehen.

Zitat
Deine Beiträge habe ich überhaupt nicht gelesen und ich beziehe mich auch nicht darauf.
Weshalb Du sie dann zitiert hast... :D

Zitat
Der Einzige, der hier ein Fass auf macht, bist zur Zeit du. Schalt mal nen Gang runter!
Nö.
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Offline P.A.Trick

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2409 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:15:33 »
Du hast das Diskutieren und den Umgang mit unterschiedlichen Sichtweisen echt voll drauf! Respekt!  :tu:

Offline I.Ronnie

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2410 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:19:37 »
Man kann es auch überhöhen. Der Doppelhalter mit Fadenkreuz ist jetzt kein Beispiel für gelungene Kommerzialisierungskritik oder what ever im Fußball. So Dinger finde ich persönlich schlicht plump und blöd. Mir wäre es extrem peinlich, auf demselben Fotoausschnitt zu sehen zu sein.

Und ich finde schon, dass man sich auch im Fußballstadion die Frage gefallen lassen darf, ob ein Doppelhalter oder ein Spruchband angemessen ist oder nicht. Nach meiner Meinung muss eine Meinungsäußerung, je härter sie ausfällt, und sei sie auch überspitzt oder satirisch, immer höheren Ansprüchen in der transportierten Nachricht bzw. Kritik genügen. Oder anders: Wenn ich mit einer harten und vermeintlich geschmacklosen Aktion nicht eine viel pointiertere und substanziellere Botschaft transportieren kann, dann ist die Aktion für'n Arsch und man sollte es lassen.

Offline bollock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2411 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:24:27 »
Du hast das Diskutieren und den Umgang mit unterschiedlichen Sichtweisen echt voll drauf! Respekt!  :tu:
Danke für das Lob. Du darfst es gerne anders sehen, aber ich denke doch, unser Austausch war vollumfassend fertig? Ich verstehe Diskussion nicht so, als wäre sie erst zu Ende, wenn der Andere von der eigenen Meinung überzeugt ist. Wenn die mehrfach ausgetauschten Argumente sich aber wiederholen, macht es doch wenig Sinn, weiter zu reden.
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Offline P.A.Trick

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2412 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:26:11 »
@ Ronnie:

Vollkommen richtig!

Man kann halt nur nicht hingehen und dem Doppelhalter hochhaltenden Fan unterstellen, dass er morgen loszieht und Leute umbringt, bloß weil ein paar rechte Mörder eine ähnliche - von mir aus auch identische - Symbolik verwenden. Da muss man schon den Kontext berücksichtigen.

Offline Lobi

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2413 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:33:34 »
Man kann es auch überhöhen. Der Doppelhalter mit Fadenkreuz ist jetzt kein Beispiel für gelungene Kommerzialisierungskritik oder what ever im Fußball. So Dinger finde ich persönlich schlicht plump und blöd. Mir wäre es extrem peinlich, auf demselben Fotoausschnitt zu sehen zu sein.

Und ich finde schon, dass man sich auch im Fußballstadion die Frage gefallen lassen darf, ob ein Doppelhalter oder ein Spruchband angemessen ist oder nicht. Nach meiner Meinung muss eine Meinungsäußerung, je härter sie ausfällt, und sei sie auch überspitzt oder satirisch, immer höheren Ansprüchen in der transportierten Nachricht bzw. Kritik genügen. Oder anders: Wenn ich mit einer harten und vermeintlich geschmacklosen Aktion nicht eine viel pointiertere und substanziellere Botschaft transportieren kann, dann ist die Aktion für'n Arsch und man sollte es lassen.

Sehe ich im Prinzip auch so, wenn man dann allerdings zu Grunde legt dass beispielsweise eine völlig gewaltfreie Sitzblockade von Fans vor einem Spiel gegen den Fc Fuschl am See von den Fuschl-Verantwortlichen sowie den Medien als neue Dimension der Gewalt dargestellt wird stösst man irgendwo an seine Grenzen wie man denn überhaupt noch irgendwelche Botschaften transportieren kann und ob es nicht vielleicht doch eher allgemein erwünscht ist dass man gänzlich die Fresse hält, alles akzeptiert und am besten noch 12 Mal im Jahr im Fanshop kauft. Ich meine die Frage jetzt ernst aber wie würdest du denn gegen die TSG Hoffenheim und Dietmar Hopps Engagement protestieren?

Offline I.Ronnie

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2414 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:35:41 »
@ Ronnie:

Vollkommen richtig!

Man kann halt nur nicht hingehen und dem Doppelhalter hochhaltenden Fan unterstellen, dass er morgen loszieht und Leute umbringt, bloß weil ein paar rechte Mörder eine ähnliche - von mir aus auch identische - Symbolik verwenden. Da muss man schon den Kontext berücksichtigen.


Das unterstellt man ja nicht einmal den bekloppten Typen mit der Merkel am Gangel auf der Pegida-Demo. Und ja, ich finde das Gewese darum gerade ebenfalls überzogen. Trotzdem ist da natürlich etwas dran, wenn man über die Verrohung der "Sprache" spricht und was das mit einer Gesellschaft macht. Da muss man gar nicht erst die Frage stellen, ob da jemand zur Gewalt aufruft oder Mitschuld an der nächsten brutal geschredderten SAP-HANA-Datenbank ist. Wenn das Stilmittel nicht zündet, bleibt halt nur die Geschmacklosigkeit.

Offline I.Ronnie

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2415 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:39:51 »
Sehe ich im Prinzip auch so, wenn man dann allerdings zu Grunde legt dass beispielsweise eine völlig gewaltfreie Sitzblockade von Fans vor einem Spiel gegen den Fc Fuschl am See von den Fuschl-Verantwortlichen sowie den Medien als neue Dimension der Gewalt dargestellt wird stösst man irgendwo an seine Grenzen wie man denn überhaupt noch irgendwelche Botschaften transportieren kann und ob es nicht vielleicht doch eher allgemein erwünscht ist dass man gänzlich die Fresse hält, alles akzeptiert und am besten noch 12 Mal im Jahr im Fanshop kauft. Ich meine die Frage jetzt ernst aber wie würdest du denn gegen die TSG Hoffenheim und Dietmar Hopps Engagement protestieren?


Ein Beispiel für eine gelungene Aktion war der Marsch der Dresdner durch Karlsruhe. Ich meine, danach hätte es überhaupt erst wieder eine Annäherung an den DFB gegeben. Ansonsten muss man leider auch sagen, dass die meisten Aktionen der aktiven Fanszenen, so ich etwas von diesen mitbekomme, auch nicht besonders gscheit sind.

Offline TC70

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2416 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:41:20 »
Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass ein verwirrter Gladbacher morgen loszieht und Hr. Hopp erschießt? Wohl kaum!


Grundsätzlich bin ich bei dir, dass ich mir das nicht vorstellen kann. Aber ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass jemand mit nem LKW in ne Menschenmenge auf nem Weihnachtsmarkt fährt, jemand auf ner Insel auf einem Partei-Jugend-Camp mit Maschinengewehren aufschlägt oder Menschen erschießt die Shishabars aufsuchen. Und warum übersteigt das meine Vorstellungskraft, weil ich kein Fanatiker in irgendeine Richtung bin.

Offline P.A.Trick

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2417 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:45:55 »


Das unterstellt man ja nicht einmal den bekloppten Typen mit der Merkel am Gangel auf der Pegida-Demo. Und ja, ich finde das Gewese darum gerade ebenfalls überzogen. Trotzdem ist da natürlich etwas dran, wenn man über die Verrohung der "Sprache" spricht und was das mit einer Gesellschaft macht. Da muss man gar nicht erst die Frage stellen, ob da jemand zur Gewalt aufruft oder Mitschuld an der nächsten brutal geschredderten SAP-HANA-Datenbank ist. Wenn das Stilmittel nicht zündet, bleibt halt nur die Geschmacklosigkeit.

Doch! Wenn auch nicht direkt sondern indirekt. Der politische Arm der Rechtsterroristen in Form von AfD, Pegida &Co. findet mit ihrer Symbolik und Rethorik wissentlich Abnehmer, die das für bare Münze nehmen und genau das in die Tat umsetzen, was da aufgemalt oder ausgesprochen wird. Da werden echte Menschen umgebracht! Reihenweise! Ich bin mir 100%ig sicher, dass einige dieser Nazi-Matschbirnen sofort Fr. Merkel erschießen würden, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten.

Ich halte das Fadenkreuz auch nicht für angebracht. Aber never ever geht morgen ein Fußballfan los und bringt den Hopp um, noch ist das von den Hochhaltern im Stadion so gewollt.

Und genau das ist der elementare Unterschied, den die DFB-Herren mit ihren Aussagen verwässern wollen, um a. ihrem Freund und Gönner Hopp zu gefallen und b. die lästigen Fans in der Kurve zu diskreditieren.

Offline Lobi

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2418 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 16:46:28 »


Ein Beispiel für eine gelungene Aktion war der Marsch der Dresdner durch Karlsruhe. Ich meine, danach hätte es überhaupt erst wieder eine Annäherung an den DFB gegeben. Ansonsten muss man leider auch sagen, dass die meisten Aktionen der aktiven Fanszenen, so ich etwas von diesen mitbekomme, auch nicht besonders gscheit sind.

Das ist natürlich auch ein Problem genau so wie es eben auch ein Problem ist das sowieso jeder Protest von seiten des DFB/DFL ohnehin bestraft werden würde, dann kann man auch die Keule auspacken. Das Hauptproblem ist aber weiterhin Hopp selbst der bei jeder noch so kleinen Kritik öffentlich rumheult, auf seine Verdienste verweist und harte Konsequenzen fordert anstatt da drüber zu stehen wie man es von einem Mann der ja durchaus was erreicht hat erwarten könnte. Hätte er das von Anfang an gemacht würde sich kein Schwein mehr für ihn interessieren.

Online mutierterGeißbock

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2419 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 17:04:44 »
Das Problem ist doch auch, dass die "gscheiten" Aktionen keinerlei Aufmerksamkeit erregen. Gegen Hoffenheim gab es bei einem Heimspiel auch mal eine Aktion mit gedruckten Geldscheinen mit dem Konterfei von Dietmar Hopp. Hat damals glaube ich noch nicht mal hier im Forum irgendeinen interessiert.
Dann halte ich es wie Sun Tzu, sitze am Flussufer und warte, bis die Leichen meiner Gegner an mir vorbeitreiben.

Offline Greenkeeper

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2420 am: Dienstag, 25.Feb.2020, 17:50:16 »


Das unterstellt man ja nicht einmal den bekloppten Typen mit der Merkel am Gangel auf der Pegida-Demo. Und ja, ich finde das Gewese darum gerade ebenfalls überzogen. Trotzdem ist da natürlich etwas dran, wenn man über die Verrohung der "Sprache" spricht und was das mit einer Gesellschaft macht. Da muss man gar nicht erst die Frage stellen, ob da jemand zur Gewalt aufruft oder Mitschuld an der nächsten brutal geschredderten SAP-HANA-Datenbank ist. Wenn das Stilmittel nicht zündet, bleibt halt nur die Geschmacklosigkeit.

Prinzipiell gebe ich Dir recht.

Klar, die Fankurven dieses Landes sind nicht losgelöst von der Gesellschaft sondern setzen sich aus dieser zusammen. Allerdings besteht die Gesellschaft nicht nur aus Stadiongängern.
Will sagen: ich finde es überzogen einer Jugendkultur, die diesen "Stil seit Anbeginn ihrer Existenz so pflegt" und größtenteils nur im (ja, sich aus der Gesellschaft zusammensetzenden) Raum Stadion auslebt, einen größeren Einfluss auf die Verrohung der Sprache zu unterstellen. Ist es nicht eher so, dass dieses Plakat niemals diese Reichweite erhalten hätte, wenn nicht der Schiedsrichter und der Stadionsprecher sich eingeschaltet hätten (von Herrn Hopp ganz zu schweigen)? Ich vermute dass die Diskussionen um "Fanfehlverhalten" in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle wesentlich größer ist, als ihe eigentliche gesellschaftliche Relevanz. Vergleiche dazu die Zahlen von durch Pyrotechnik verletzten Personen und das Aufheben, dass um diese Debatte regelmäßig gemacht wird.

Bildlich gesprochen glaube ich, dass beispielsweise der Umgang miteinander in den sozialen Medien oder die Wortwahl der bösen bösen Rapmusik einen größeren Einfluss auf die Verrohung der Sprache hat, als das Plakat einer kleineren oder die Gesänge einer größeren Anzahl von Fußballfans

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2421 am: Samstag, 29.Feb.2020, 13:40:53 »
https://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=An-Hopp-gerichtete-Plakate-bei-Regensburg-gegen-Dresden&folder=sites&site=news_detail&news_id=21505
Zitat
Dynamo Dresden-Fans hielten im Gästeblock ein Spruchband hoch, auf dem „Auch wenn das Sportgericht wieder Kollektivstrafen ausspricht, ist Herr Hopp des Schlafs beraubt, denn Sterbehilfe ist jetzt erlaubt!“ zu lesen war. Die SGD-Fans spielten mit dem Plakat darauf an, dass das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch den Strafrechtsparagrafen 217 gekippt hatte, der die Hilfe beim Suizid verboten hatte
Dann halte ich es wie Sun Tzu, sitze am Flussufer und warte, bis die Leichen meiner Gegner an mir vorbeitreiben.

Offline FC Karre

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2423 am: Dienstag, 03.Mär.2020, 18:59:05 »
Nicht direkt Thema Fangewalt, aber ganz interessanter Beitrag:

https://www.youtube.com/watch?v=nXZpUdQiRcs

Offline MarcelK

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2424 am: Freitag, 06.Mär.2020, 18:16:27 »
Staatsgewalt: https://www.faszination-fankurve.de/index.php?head=Polizei-will-polizeikritische-Aussagen-im-Stadion-verbieten&folder=sites&site=news_detail&news_id=21536
Zitat
Als konkrete Beispiele für Botschaften die in Pforzheim in den Augen der Polizei in Zukunft für Heim- und Gästefans in Pforzheim verboten werden sollten, zählen demnach u.a. „Willkür nimmt freien Lauf“ oder „Gemeinsam gegen Polizeigesetze“, also Statements, die Kritik an der Polizei üben, diese Institution aber in keiner Weise beleidigen.

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2426 am: Samstag, 30.Jan.2021, 21:40:38 »

Offline FC Karre

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2427 am: Sonntag, 28.Mär.2021, 15:28:17 »
Zitat
Bei Bundesligaspielen werden die Auswärtsfans fast immer von Hundertschaften der Polizei ins Stadion begleitet. Warum?

Vor mehr als 20 Jahren war es üblich, dass die Stadt von den Fans verwüstet wurde und es zum Teil zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kam
@jochenbreyer

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Re: Fangewalt...
« Antwort #2428 am: Sonntag, 28.Mär.2021, 18:41:23 »
!!!
Vor allem: Was genau hat das mit der Causa Hopp zu tun?