Autor Thema: Dr. Jörg Jakobs - Sportdirektor des 1. FC Köln  (Gelesen 168839 mal)

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Offline p_m

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Re: Dr. Jörg Jakobs - Sportdirektor des 1. FC Köln
« Antwort #1770 am: Montag, 04.Apr.2022, 15:24:31 »
Es ist aber schon was anderes die Leute auszusuchen oder den Job selbst zu erledigen. Viel habe ich von seiner schwierigen Persönlichkeit und den Hintergrundgeschichten hier bisher auch nicht mitbekommen. Dass er die Öffentlichkeit eher meidet und sich dem Medienzirkus entziehen möchte, finde ich sogar recht sympathisch.

Und am Ende bleibt: Die beiden Herkulesaufgaben muss man erstmal so erledigen.
Das war auch kein Vorwurf an Uninformierte. Mir geht es eher mal wieder auf die Nerven, dass die Presse diese Storys alle kennt, sie aber aus Opportunismus ignoriert. Ähnliches war ja vor einigen Tagen bei den Gehältern festzustellen, als der Geißblog (?) sich über Millionengehälter für Czichos, Hauptmann und co. echauffierte. Die Medien kennen alle Details, holen sie aber erst hervor, wenn für sie keine "Gefahr" mehr besteht.

Das mit den Herkulesaufgaben sehe ich gerade in Bezug auf die aktuelle Saison nicht so rosig. Die Kaderpolitik war solide, aber mehr auch nicht. Auch wenn diese nach drei Jahren Veh und Heldt schon wie die Entdeckung neuer Planeten erscheint, hätte jeder vernunftbegabte Mensch Ismail Jakobs für 6 und Bornauw für 14 Millionen verkauft, Spieler wie Kilian geliehen und auf Harakiriaktionen wie Transfers von Limnios oder Andersson verzichtet (bei denen Jakobs als Vorstandsberater übrigens hätte intervenieren müssen, um sie zu verhindern). Dass wir in der laufenden Saison so stark sind, hängt hauptsächlich mit Baumgarts Performance zusammen. Dessen Auswahlprozess (Stöger vs. Fink vs. Baumgart) war allerdings ebenso kritikwürdig wie abenteuerlich und es dürfte einer der seltenen Glücksfälle in der Vereinsgeschichte sein, mal bei einer solchen Personalie nicht ins Klo gegriffen zu haben. Mit einem Plan oder Konzept hatte das aber nichts zu tun.
"Den langen Einwurf als solches, den hat er drauf, der Benno Schmitz."

Offline drago

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Re: Dr. Jörg Jakobs - Sportdirektor des 1. FC Köln
« Antwort #1771 am: Montag, 04.Apr.2022, 15:54:02 »
Das Übliche. Wenn's läuft, sind alle super und müssen ewig gebunden werden. Dass Jakobs (damals mit Aehlig) vor allem an Heldts Verpflichtung großen Anteil hatte, scheint wieder egal zu sein. Genau wie seine schwierige Persönlichkeit oder diverse Hintergrundgeschichten, die etwa Zenge vom Express alle kennen müsste, hier aber verschweigt. Alles schon zig mal durchgespielt.


es hiess doch immer, dass heldt hauptsächlich auf bestreben von wehrle durchgesetzt wurde. was denn nun?

Offline p_m

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Re: Dr. Jörg Jakobs - Sportdirektor des 1. FC Köln
« Antwort #1772 am: Montag, 04.Apr.2022, 16:05:55 »

es hiess doch immer, dass heldt hauptsächlich auf bestreben von wehrle durchgesetzt wurde. was denn nun?
Ich habe es damals so mitbekommen, dass Wehrle Heldt durchaus gut fand und ihn als Veh-Nachfolger haben wollte. Er soll damals allerdings auch kein Problem mit Heldt als möglichem Sportdirektor gehabt haben und der GF-Sport-Variante eher skeptisch gegenübergestanden haben. Gewehrt hat er sich dagegen allerdings auch nicht. Wesentlich mehr Energie hat er dem Vernehmen nach allerdings in die Veh-Verpflichtung davor investiert. Dass er sich dann, als Heldt hier angetischt ist, sofort mit diesem verbrüderte, gehört wohl zu seinem Geschäftsmodell.

Nach dem Veh-Abgang soll die Bewerberlage im GA recht dünn gewesen sein; auch der damals diskutierte Stoffelshaus soll keine Glanzleistung abgeliefert haben. Heldts Bewerbung schien nur aus emotionalem Pathos ohne jedes Konzept zu bestehen. Er war eigentlich schon in einer frühen Abstimmung gescheitert (3:4, Wolf, Sauren und Souque waren dafür). Daraufhin sollen Aehlig und Jakobs intern sehr entschlossen darauf gedrängt haben, Heldt jetzt schnellstmöglich zu verpflichten; auch, um die Position nicht vakant zu lassen. Anschließend fiel Stobbe als AR-Vorsitzender um, angeblich auf Betreiben von Wolf. Als Heldt dann mit 4:3 durchgedrückt wurde, war das ohnehin schon arg lädierte Band zwischen diversen Leuten zerschnitten (ob man dabei eher mit Sieger und SMR sympathisiert oder mit Wolf und Sauren, ist Geschmackssache).
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Offline I.Ronnie

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Re: Dr. Jörg Jakobs - Sportdirektor des 1. FC Köln
« Antwort #1773 am: Donnerstag, 07.Apr.2022, 10:04:25 »
[...] und auf Harakiriaktionen wie Transfers von Limnios oder Andersson verzichtet (bei denen Jakobs als Vorstandsberater übrigens hätte intervenieren müssen, um sie zu verhindern).


Hier setze ich mal kurz an, weil ich diesen Punkt eh nicht so ganz verstehe in der Erwartungshaltung gegenüber einem Vorstandsberater "Sport".

Worauf gründet im Einzelfall die Beratung bei Transfers von Spieler wie bspw. Limnios? Den Spieler muss man doch über mehrere Spiele auch beobachten, um sich selbst ein Bild zu machen. Ich glaube nicht, dass Jakobs das in "beratender Tätigkeit" macht. Der Rest ist ja eher prozessuale Steuerung bzw. prozessuales Controlling. Also die Fragen zu stellen, auf welchem Weg die sportliche Leitung zu ihren Einschätzungen kommen will und anschließend, ob die Entscheidungen auch auf Basis der vorher dargelegten Entscheidungsprozesse getroffen worden sind. Sowie schlussendlich die Frage, wie das Ergebnis vor dem Hintergrund der Antworten auf die beiden vorher gestellten Fragen zu erklären ist. Im Kern also das, was so Snackkapitäne auf der Pfanne haben müssten. Was man so hörte, ist der Vorstand auch so vorgegangen, hat Heldt gewogen und für zu leicht befunden.

Ich kann mir aber vorstellen, dass Jakobs ein guter Berater ist, wenn es darum geht, die Arbeitsweise der sportlichen Leitung zu analysieren und darauf hinzuweisen, wo der Hase den Pfeffer im Fell hat. Wobei ich mir da auch denke, dass Leute wie Heldt oder Veh nicht so schwer zu dechiffrieren sind.

Offline märkel

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Re: Dr. Jörg Jakobs - Sportdirektor des 1. FC Köln
« Antwort #1774 am: Donnerstag, 07.Apr.2022, 12:52:08 »
leute wie heldt oder veh sind vor allem dermaßen bekannt in ihrer arbeitsweise, dass jedem halbwegs interessierten fan die haare zu berge stehen, wenn ihr name im zusammenhang mit einer vakanten stelle des herzensvereins genannt wird. wohingegegen vollprofis wie unser vorstandsberater da ganz unvoreingenommen herangehen und hinterher analysieren.
Die Mutter des Schwachkopfs ist ständig schwanger.