Autor Thema: Investor zum Effzeh?  (Gelesen 48168 mal)

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Offline Der Templer

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #450 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 19:08:33 »
Ich gebe dir prinzipiell recht, meine nur rauszulesen dass Du Investorengeld meinst was bilanziell Eigenkapital (und kein Fremdkapital) wäre. Sorgt vielleicht auch bei den späteren Postings für Aufklärung...
Bilanziell ist es Eigenkapital, aber faktisch kommt es ja zunächst einmal von außen in den Verein. Sei es über einen Mäzen, Investor etc. Das meine ich damit. Dieses Geld bringt uns nichts, wenn wir niemanden haben, der das sinnvoll benutzt.

Es gab übrigens tatsächlich in den letzten 20 Jahren einen Zeitpunkt, wo eine solche Finanzspritze uns vom Prinzip geholfen hätte - im Juni 2017. Hätten bestimmte Personen nicht den Höhenflug bekommen und die Arbeit vernachlässigt, dann wäre mit dem Erreichen des Europapokals und dem Investment von sagen wir mal 100 bis 150 Millionen in den Kader so richtig die Post abgegangen. Ich bin mir sicher, dass der Club mittlerweile unter den Top 6-8 in den Bundesliga wäre. Vor Frankfurt und Stuttgart und gleichauf mit Gladbach und Leverkusen. Möglicherweise sogar zwischenzeitlich mit einem Gastspiel in der Champions League.
FC: spürbar schlecht

Offline MLM

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #451 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 19:26:37 »
Die Finanzspritze war zu dem Zeitpunkt ganz sicher nicht nötig. Sie wäre nur in noch mehr Ablöse in die Jannes Horns, Meres und Cordobas geflossen. Geld war hier nie das Problem, der falsche Einsatz hingegen durchgehend schon. Und das nicht nur in Ablösen sondern insbesondere in Gehälter, Handgelder für Berater, Abfindungen und schwachsinnigen Vertragsverlängerungen von Matze Lehmann bis Horst Heldt.

Finanzspritzen gibt auch niemand ohne Gegenspritze. Entweder durch verzinsten Gewinn in der Zukunft womit erneut zukünftige Einnahmen verfrühstückt werden. Oder durch ein gepimptes Ego mit Mitspracherecht von installierten Strohmännern. Der FC war ohne Investor auf dem richtigen Weg. Mit Arbeit, Schnelligkeit, Jugendeinbindung und ohne ein paar hundert Millionen die mal so nebenbei reinkommen. Der Weg wurde verlassen, insbesondere auch durch das leider immer noch anwesende schwäbische Finanzgenie. Irrsinnige Träume vom Stadion, Chinaphantasien und Ablösen wie in der CL. Das hat uns heute in diese Lage gebracht. Ironie des Schicksals, dass damals Corona tatsächlich weniger ein Problem gewesen wäre, aber da hört man nichts zu von Magic Alex.

Und um nochmal zum Thema zurück zu kommen. Über Investoren entscheidet die Satzung und die Mitgliederversammlung, kein Geplärre von Trollen im Internetz mit schwachsinnigen Vergleichen. Einfach mal da die Thesen auf dem Podium zum Besten geben, es gäbe wenigstens eine Menge zu lachen.
Na Palm

Offline Der Templer

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #452 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 21:03:46 »
Die Finanzspritze war zu dem Zeitpunkt ganz sicher nicht nötig. Sie wäre nur in noch mehr Ablöse in die Jannes Horns, Meres und Cordobas geflossen. Geld war hier nie das Problem, der falsche Einsatz hingegen durchgehend schon. Und das nicht nur in Ablösen sondern insbesondere in Gehälter, Handgelder für Berater, Abfindungen und schwachsinnigen Vertragsverlängerungen von Matze Lehmann bis Horst Heldt.

Finanzspritzen gibt auch niemand ohne Gegenspritze. Entweder durch verzinsten Gewinn in der Zukunft womit erneut zukünftige Einnahmen verfrühstückt werden. Oder durch ein gepimptes Ego mit Mitspracherecht von installierten Strohmännern. Der FC war ohne Investor auf dem richtigen Weg. Mit Arbeit, Schnelligkeit, Jugendeinbindung und ohne ein paar hundert Millionen die mal so nebenbei reinkommen. Der Weg wurde verlassen, insbesondere auch durch das leider immer noch anwesende schwäbische Finanzgenie. Irrsinnige Träume vom Stadion, Chinaphantasien und Ablösen wie in der CL. Das hat uns heute in diese Lage gebracht. Ironie des Schicksals, dass damals Corona tatsächlich weniger ein Problem gewesen wäre, aber da hört man nichts zu von Magic Alex.

Und um nochmal zum Thema zurück zu kommen. Über Investoren entscheidet die Satzung und die Mitgliederversammlung, kein Geplärre von Trollen im Internetz mit schwachsinnigen Vergleichen. Einfach mal da die Thesen auf dem Podium zum Besten geben, es gäbe wenigstens eine Menge zu lachen.
Wir haben Horns und Merés verpflichtet, weil hier hier nicht mehr gewissenhaft gescoutet und das Team weiterentwickelt wurde. Als Schmadtke anfing, kamen bessere Transfers. Und wenn er diesen Kurs in der Folge fortgesetzt hätte und weg von Rausch, Horn und Konsorten zu neuen Heintz', Bittencourts und Modestes gewechselt wäre hätte uns die Finanzspritze enorm geholfen, weil wir dann in ganz anderen Regalen einkaufen gekonnt hätten.
FC: spürbar schlecht

Offline Litti7

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #453 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 21:31:08 »
Wir hatten vor ein paar Jahren mit der Qualifikation zum internationalen Geschäft einen Fuß in der Tür zu einer erfolgreichen Zukunft und in Verbindung mit 35 Mio. Transfererlös durch den Modeste-Verkauf die Möglichkeit, ähnlich wie Gladbach in die Phalanx der oberen 4-8 (Bayern, BVB und jetzt RB sind außen vor) vorzustoßen, diese Chance wurde durch eine desaströse Transferperiode verspielt, in der man der Mehrfachbelastung nicht Rechnung trug (ich erinnere mich noch an Sprüche wie "Belastung durch kluge Flug-Planung reduzieren") und fast das gesamte Transferbudget für Cordoba verplemperte, der damals ein 5-Tore-Stürmer war. Auch wenn er später besser wurde, hätte man den Kader statt dessen auf 5 Positionen verbessern/verbreitern können, aber man hatte kein Konzept und keine Spieler auf dem Zettel. Für die damals vertane Chance ist maßgeblich Schmadtke verantwortlich, und nach der folgerichtigen Krise kam wieder das übliche Wechselspiel auf sämtlichen Führungspositionen mit schlimmen und schlimmsten Personalien.

Wenn man sich dann in einer solchen Position wie damals (internationaler Wettbewerb und Geld für Transfers) befindet, muss man primär massiv in den Nachwuchs investieren, und zwar nicht nur in die Entwicklung der eigenen Jugendspieler, sondern auch junge Talente aus dem Ausland verpflichten. Borussia Dortmund macht das aus meiner Sicht genau richtig, und obwohl sie die besten Spieler regelmäßig abgeben müssen, haben sie aus meiner Sicht mit ihrer Transferpolitik den Verbleib in der Spitzengruppe über Jahrzehnte sichergestellt. Spieler wie Moukoko, Bellingham, etc. werden unzählige Millionen in die Kassen spülen. Es ist überhaupt kein Risiko, ein paar Millionen für solche Spieler zu investieren. Befindet man sich erstmal in einer solchen Position der Stärke, lassen sich über Transfererlöse enorme Gewinne erwirtschaften, die man dann wieder in neue Talente investieren kann. Das ist eine Spirale, die immer weiter nach oben führt. Natürlich waren wir damals noch längst nicht in der Situation wie jetzt Dortmund, aber in kleinerem Maßstab hätte man auch bei uns in die Zukunft investieren können.

Die Situation "Goliath gegen Mickey Mouse" ist aus meiner Sicht zum größten Teil selbstverschuldet und hat mit der Investorenfrage relativ wenig zu tun. Aber wenn man über 30 Jahre fast nur falsche Entscheidungen trifft und am Ende bei Veh und Heldt oder Gisdol und Funkel landet, kann man davon ausgehen, dass man auch wieder viele, viele Jahre mit überwiegend guten Entscheidungen braucht, um irgendwann wieder sportliche Bedeutung zu erlangen. Wenn solche Leute in der Verantwortung stehen, kann man so viel Investorengeld reinpumpen wie man will, das ist dann einfach weg - siehe Windhorst-Millionen bei Hertha, wo ähnlich "kompetente" Leute agieren.

2017 hatten wir mit Handwerker, Mere, J. Horn und Queirós 4 Teenager verpflichtet, leider waren es die vier falschen, nicht einer von den hat uns weitergeholfen. 20 Millionen aus dem Fenster geworfen!
 Was der teure Mere in seinem fünften Jahr hier zeigt, übertrifft der Zweitligaspieler Rafael Czichos um das Mehrfache! 

2017 hatten wir 60 Millionen um die Mannschaft zu verstärken und hätten international erfahrene Erstligaspieler benötigt und keine Talente! Die Mannschaft hat mit Glück Platz 5 erreicht und musste vor allem im Mittelfeld mit bundesligatauglichen Spielern verstärkt werden, Talente hätte man sich ein jahr später immer noch holen können!

Von den 60 möglichen Millionen hat man 2017 rund 37 Millionen ausgegeben für vier Teenager und einen Stürmer, der nicht unbedingt einen Lauf hatte, mehr als 5 Tore hatte er nie geschossen!

Die restlichen 23 Millionen hat man dann in der WP ausgegeben, als man Letzter war und vor allem in der 2. BL um für 12 Millionen Kracher wie Hauptmann, Schaub und Drexler zu verpflichten.

Hätten wir 2017 kompetenz im Management, hätte man 6, oder 7 Spieler im 7-Millionen-Bereich verpflichtet wie Skhiri  oder Bornauw. Solche Spieler gab es 2017 auch, nur man hätte als manager Marktkenntnis haben müssen und Lust auf harte Arbeit, beides fehlte 2017!
 

Offline Kaio

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #454 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 22:39:44 »
Komische Logik - weil wir dank eines grottigen Scoutings die falschen entwicklungsfähige Spieler geholt haben, ist deshalb der Ansatz an sich falsch? Du führst statt dessen Bornauw ins Feld - der war wie alt, als wir ihn verpflichtet haben? Genau solche Spieler meine ich doch! Und klar, wenn Du 5-6 Spieler zwischen 18-23 Jahren verpflichtest, sind vielleicht auch 2-3 dabei, die sich nicht so entwickeln wie erhofft. Trotzdem ist und bleibt das der richtige Ansatz und im Übrigen für den FC völlig alternativlos. Shkiri war übrigens auch erst 24 als er zu uns kam. Im Übrigen glaube ich, dass aus Handwerker und Horn durchaus was hätte werden können, wenn man sie die richtigen Trainer gehabt hätten. Es geht nämlich nicht nur darum, die richtigen jungen Spieler zu verpflichten, sondern auch darum, sie entsprechend zu fördern und weiterzuentwickeln. Wenn Du im Schnitt alle 6 Monate einen neuen Trainer hast, ist das von vornherein so gut wie ausgeschlossen.

Offline FC Karre

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #455 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 23:23:26 »
2017 hatten wir mit Handwerker, Mere, J. Horn und Queirós 4 Teenager verpflichtet, leider waren es die vier falschen, nicht einer von den hat uns weitergeholfen. 20 Millionen aus dem Fenster geworfen!
 Was der teure Mere in seinem fünften Jahr hier zeigt, übertrifft der Zweitligaspieler Rafael Czichos um das Mehrfache! 

handwerker passt tatsächlich nicht in diese auflistung. mere und horn haben 7 mio gekostet und verdienten direkt siebenstellig. zu queiros ist jedes wort zu viel. handwerker war eine günstige ergänzung und so wurde er auch behandelt. aber diese "behandlung" hatte er ja zu der zeit nicht exklusiv.
lol

Offline Litti7

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #456 am: Dienstag, 07.Sep.2021, 23:59:34 »
Komische Logik - weil wir dank eines grottigen Scoutings die falschen entwicklungsfähige Spieler geholt haben, ist deshalb der Ansatz an sich falsch? Du führst statt dessen Bornauw ins Feld - der war wie alt, als wir ihn verpflichtet haben? Genau solche Spieler meine ich doch! Und klar, wenn Du 5-6 Spieler zwischen 18-23 Jahren verpflichtest, sind vielleicht auch 2-3 dabei, die sich nicht so entwickeln wie erhofft. Trotzdem ist und bleibt das der richtige Ansatz und im Übrigen für den FC völlig alternativlos. Shkiri war übrigens auch erst 24 als er zu uns kam. Im Übrigen glaube ich, dass aus Handwerker und Horn durchaus was hätte werden können, wenn man sie die richtigen Trainer gehabt hätten. Es geht nämlich nicht nur darum, die richtigen jungen Spieler zu verpflichten, sondern auch darum, sie entsprechend zu fördern und weiterzuentwickeln. Wenn Du im Schnitt alle 6 Monate einen neuen Trainer hast, ist das von vornherein so gut wie ausgeschlossen.

Der Ansatz war 2017 tatsächlich falsch! Talente kann man teuer einkaufen, wenn mann eine gute erste 11 hat, hatten wir 2017 eine gute erste 11? Risse Kreuzbandriss, Lehmann hätte man wegschicken müssen und nicht aus Dankbarkeit einen 2-Jahres-Vertrag geben sollen, Modeste transferiert, Subotic war ausgeliehen und musste weg, Vogt ein jahr zuvor weggejagt.
Wir hatten keine Zeit Horn und handwerker zu entwickeln, weil die erste 11 dringende Soforthilfe brauchte! In unserer damaligen Situation hätte man mit eigenen Talenten arbeiten müssen und das ganze Budget für erfahrene Spieler einsetzen sollen!
 


2017 war der erhoffte ausreißer nach oben und hätte 6, 7  gestandene profis benötigt, da der Kader das dringend benötigte,und keine teure Talente, da wir trotz Platz 5 nicht etabliert waren.
Dortmund kauft teure Talente, weil sie genug überdurchschnittliche und erfahrene Spieler haben, hatten wir das 2017? Ich meine nein!

Und wenn man 5 Transfers tätigt und vier davon sind 19 und 20, Spieler, die kaum einer kannte, muss man als erfahrener Manager damit rechnen, dass das nicht klappen kann, zumal die erste 11 vor allem im Mittelfeld Verstärkung brauchte und Geld genug da war.

Und wenn man 20 Millionen für 4 Talente ausgibt, erwartet man wenigstens einen bundesligatauglichen Spieler, nicht einer dieser vier hat die Erwartungen erfüllt.
 
 Wollte man so tatsächlich die Europapokalsaison erfolgreich bestreiten?

Teure Talente hätte man ein, zwei jahre später holen können, wenn die erfahrenen neuzugänge zuvor dafür gesorgt hätten, dass man sich in den top 10 etabliert!

Offline MLM

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #457 am: Mittwoch, 08.Sep.2021, 05:24:46 »
Wir haben Horns und Merés verpflichtet, weil hier hier nicht mehr gewissenhaft gescoutet und das Team weiterentwickelt wurde. Als Schmadtke anfing, kamen bessere Transfers. Und wenn er diesen Kurs in der Folge fortgesetzt hätte und weg von Rausch, Horn und Konsorten zu neuen Heintz', Bittencourts und Modestes gewechselt wäre hätte uns die Finanzspritze enorm geholfen, weil wir dann in ganz anderen Regalen einkaufen gekonnt hätten.

Inkl. Winter haben wir in dem Jahr 40 Millionen ausgegeben. Und du sagst es ja selbst, wir haben nicht mehr gearbeitet. Es macht doch gar keinen Sinn auf noch mehr Geld zu hoffen, dass man dann Leuten gibt, die nicht arbeiten wollen. Und um zum aktuellen Thema zurück zu kommen, es geht überhaupt nicht darum Investorengeld in Spieler zu stecken, etwas dümmeres kann man eh kaum machen. Den Verein verkaufen um damit Multimillionäre und ihre Berater noch etwas reicher zu machen. Wenn es überhaupt irgendeine Argumentation für Investoren gäbe, dann sollte man es tun um die Infrastruktur zu stärken. Das bringt dann allerdings wieder andere Problematiken mit denn auch mit Geld wird man GBH oder Stadion nicht ausbauen können.
Na Palm

Offline Kaio

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #458 am: Mittwoch, 08.Sep.2021, 08:51:41 »
Der Ansatz war 2017 tatsächlich falsch! Talente kann man teuer einkaufen, wenn mann eine gute erste 11 hat, hatten wir 2017 eine gute erste 11? Risse Kreuzbandriss, Lehmann hätte man wegschicken müssen und nicht aus Dankbarkeit einen 2-Jahres-Vertrag geben sollen, Modeste transferiert, Subotic war ausgeliehen und musste weg, Vogt ein jahr zuvor weggejagt.

Wieso schließt sich "Talent" und "erste 11" denn aus? Mann muss halt den jungen Spielern auch eine Chance geben und sie einbauen, siehe Bornauw, siehe diese Saison Ljubicic. Für wen hättest Du denn die 35 Mio. für Modeste ausgeben wollen? Das hört sich zwar nach viel Geld an, aber als Verein, der von unten kommt, musst Du das Geld in die Zukunft investieren, um dauerhaft oben dabei zu bleiben. Du musst das Geld in 4-5 Spieler investieren, die jung und entwicklungsfähig sind, denen Du aber gleichzeitig auch zutraust, in der ersten Mannschaft zu spielen. Mit etwas Glück kannst Du dann von denen zwei Jahr später wieder 2-3 mit Gewinn verkaufen und Dich dann nach und nach immer breiter und besser aufstellen. Die 35 Mio. statt dessen in 2-3 28-jährige, etablierte Erstligaspieler zu stecken, ist der völlig falsche weg, das ruiniert Dir komplett Deine Gehaltsstruktur, und wenn Du nicht in die Champions League kommst, kannst Du zwei Jahre später Deine Mannschaft nicht mehr bezahlen und auch niemanden verkaufen, um neues Geld zu bekommen.

Gladbach hat über Jahre hinweg leider vorgemacht, wie das geht - in 5 Jahren vom fast sicheren Absteiger zum Champions-League-Teilnehmer und langfristig unter die Top 6-8. Die haben das genau so gemacht, vornehmlich junge Spieler verpflichtet, die schon in der ersten Mannschaft spielen konnten, aber noch nicht den ganz großen Namen hatten - dann 2,3 Jahre später mit hohen Gewinnen verkauft, das Geld dann in etwas bessere, bekanntere Spieler gesteckt bis sie sich schließlich sogar relativ prominente Namen leisten konnten. Um dahin zu kommen, musst Du aber erstmal Deine Rolle unter den deutschen Top-Mannschaften abgesichert haben, eine einmalige europäische Teilnahme wie bei uns damals reicht da nicht aus.

Gleichzeitig musst Du den Nachwuchs im eigenen Verein fördern, was eben auch heißt, dass man irgendwann mal das Risiko eingehen muss, ihnen Chancen in der ersten Mannschaft einzuräumen - was automatisch bedeutet, dass Du wegen der noch fehlenden Konsistenz schlechte Leistungen und sogar Punktverluste riskieren musst. Es geht aber trotzdem kein Weg daran vorbei. Und Du brauchst (und das ist das allerwichtigste) einen sehr guten Trainer und Kontinuität über mehrere Jahre auf der Trainerposition. #

Deine Vorstellung, einfach mit guten Spielern Erfolg einzukaufen, hat vielleicht in den 80er Jahren so funktioniert, das geht heute aber nicht mehr - dafür gibt es doch unzählige Beispiele. Es geht in erster Linie um nachhaltige Strukturen im Verein - gute Trainingsbedingungen, starke Nachwuchsförderung, fähige Trainer, ein gutes Scouting. In all diesen Bereichen haben wir noch deutliche Defizite, aus unseren grundsätzlich sehr guten Standortbedingungen machen wir viel zu wenig.

Offline dixie

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #459 am: Mittwoch, 08.Sep.2021, 10:29:44 »
Es geht in erster Linie um nachhaltige Strukturen im Verein - gute Trainingsbedingungen, starke Nachwuchsförderung, fähige Trainer, ein gutes Scouting. In all diesen Bereichen haben wir noch deutliche Defizite, aus unseren grundsätzlich sehr guten Standortbedingungen machen wir viel zu wenig.


Ichstimme Dir in allen Punkten zu - außer einem.

Wenn Du mit starker Nachwuchsförderung die Entwicklung eigener Talente meinst, kannst Du dies nicht als Defizit des effzeh bezeichnen.


Du beziehst Dich zurecht auf die Gladbacher, wenn es um die grundsätzliche Entwicklung seit 2011 geht, als beide Vereine sich noch auf Augenhöhe befanden. Seitdem hat die Borussia vieles gut und der FC das meiste falsch gemacht.


Hinsichtlich der Nachwuchsförderung jedoch beneiden uns die Gladbacher, trotz deutlich besserer (oder im Vergleich geradezu paradiesischer) infrastruktureller Bedingungen und trotz eines Einsatzes von Millionen Euro hinken die Niederrheiner hinter uns her.

Jordan Beyer ist der einzige Nachwuchsspieler der Borussia, der es in den letzten Jahren nahe an bzw. punktuell in die erste Elf geschafft hat.

Vergleiche das mal mit der Situation bei uns.
Stadiongänger seit 1962

Offline Litti7

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #460 am: Mittwoch, 08.Sep.2021, 14:00:52 »
Wieso schließt sich "Talent" und "erste 11" denn aus? Mann muss halt den jungen Spielern auch eine Chance geben und sie einbauen, siehe Bornauw, siehe diese Saison Ljubicic. Für wen hättest Du denn die 35 Mio. für Modeste ausgeben wollen? Das hört sich zwar nach viel Geld an, aber als Verein, der von unten kommt, musst Du das Geld in die Zukunft investieren, um dauerhaft oben dabei zu bleiben. Du musst das Geld in 4-5 Spieler investieren, die jung und entwicklungsfähig sind, denen Du aber gleichzeitig auch zutraust, in der ersten Mannschaft zu spielen. Mit etwas Glück kannst Du dann von denen zwei Jahr später wieder 2-3 mit Gewinn verkaufen und Dich dann nach und nach immer breiter und besser aufstellen. Die 35 Mio. statt dessen in 2-3 28-jährige, etablierte Erstligaspieler zu stecken, ist der völlig falsche weg, das ruiniert Dir komplett Deine Gehaltsstruktur, und wenn Du nicht in die Champions League kommst, kannst Du zwei Jahre später Deine Mannschaft nicht mehr bezahlen und auch niemanden verkaufen, um neues Geld zu bekommen.

Gladbach hat über Jahre hinweg leider vorgemacht, wie das geht - in 5 Jahren vom fast sicheren Absteiger zum Champions-League-Teilnehmer und langfristig unter die Top 6-8. Die haben das genau so gemacht, vornehmlich junge Spieler verpflichtet, die schon in der ersten Mannschaft spielen konnten, aber noch nicht den ganz großen Namen hatten - dann 2,3 Jahre später mit hohen Gewinnen verkauft, das Geld dann in etwas bessere, bekanntere Spieler gesteckt bis sie sich schließlich sogar relativ prominente Namen leisten konnten. Um dahin zu kommen, musst Du aber erstmal Deine Rolle unter den deutschen Top-Mannschaften abgesichert haben, eine einmalige europäische Teilnahme wie bei uns damals reicht da nicht aus.

Gleichzeitig musst Du den Nachwuchs im eigenen Verein fördern, was eben auch heißt, dass man irgendwann mal das Risiko eingehen muss, ihnen Chancen in der ersten Mannschaft einzuräumen - was automatisch bedeutet, dass Du wegen der noch fehlenden Konsistenz schlechte Leistungen und sogar Punktverluste riskieren musst. Es geht aber trotzdem kein Weg daran vorbei. Und Du brauchst (und das ist das allerwichtigste) einen sehr guten Trainer und Kontinuität über mehrere Jahre auf der Trainerposition. #

Deine Vorstellung, einfach mit guten Spielern Erfolg einzukaufen, hat vielleicht in den 80er Jahren so funktioniert, das geht heute aber nicht mehr - dafür gibt es doch unzählige Beispiele. Es geht in erster Linie um nachhaltige Strukturen im Verein - gute Trainingsbedingungen, starke Nachwuchsförderung, fähige Trainer, ein gutes Scouting. In all diesen Bereichen haben wir noch deutliche Defizite, aus unseren grundsätzlich sehr guten Standortbedingungen machen wir viel zu wenig.
Weil wir in jener Saison letzter geworden sind und dieser Ansatz halt mit dem vorhandenen Personal im Management nicht funktionierte. Ob ein Verein erfolgreich ist oder nicht, hängt an zwei , drei Personen!
Es waren halt die vier falschen Talente! Plus Pech beim Stürmerkauf, plus schwache erste 11, wenn man bedenkt, dass man über einen Tabellenfünften spricht, plus lustloses Management, das die Kaderstärke falsch einschätzte,
und die Katastrophe inklusive Geldverbrennung war 2018 da.

Keiner kann garantieren, dass der andere Weg mit Spielern im besten Fußballeralter funktioniert hätte, aber die Wahrscheinlichkeit wäre höher und ein Fahrstuhlverein muss die Wahrscheinlichkeiten zur Etablierung erhöhen, wir sind leider 2017 unnötig ins Risiko gegangen.

Auf meine Aussage mit der schwachen ersten Elf, die dringend Soforthilfe brauchte, gehst du gar nicht ein! Wenn du fünf Transfers tätigst und davon sind vier unerfahrene Talente, hast du als Manager nicht erkannt, dass man so in der kommenden Saison große probleme bekommen wird!

Außerdem waren 60 Millionen vorhanden und nicht 35 Millionen, ein motivierter und kompetenter manager hätte mehr daraus gemacht!

Wir waren 2017 auf Platz 9 der Fernsehgeldtabelle, hätte man mit fertigen Spielern die folgenden Jahre um Platz 9 herum abgeschlossen, hätte man sich auch die etwas teueren Spieler leisten können. Alles Theorie, ich weiß.
Ich wiederhole mich, aber unser problem war in jemem Jahr die schwache erste 11, die dringend Soforthilfe brauchte! Und wenn von den vier Talenten zwei Spieler aus dem Ausland sind, die meistens ein jahr eingewöhnung benötigen, wäre es erste Managerpflicht noch mindestens drei gestandene Spieler zu holen, Geld war tatsächlich vorhanden.

Als Außenstehender hatte man von 2012 - 2016 das Gefühl, dass man an den Defiziten in den Strukturen arbeiten würde, war aber wohl leider nicht der Fall. Oder die Überheblichkeit und der Hochmut haben uns zu Fall gebracht.
 


Offline Kaio

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #461 am: Mittwoch, 08.Sep.2021, 14:06:31 »
Zitat von: dixie
Hinsichtlich der Nachwuchsförderung jedoch beneiden uns die Gladbacher, trotz deutlich besserer (oder im Vergleich geradezu paradiesischer) infrastruktureller Bedingungen und trotz eines Einsatzes von Millionen Euro hinken die Niederrheiner hinter uns her.

Genau das meinte ich ;)
@Litti: Wenn Du meinen Beitrag, den Du zitierst, nicht liest, musst du auch nicht darauf antworten.

Offline dixie

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #462 am: Mittwoch, 08.Sep.2021, 15:40:13 »
Genau das meinte ich ;)

Gut, dann geht es bei Deiner Kritik also eher um die Bedingungen, unter denen die Nachwuchsförderung beim FC stattfindet.

Was die Infrastruktur für den Nachwuchsbereich angeht, sehe ich das genauso.

Die Schaffung besserer Bedingungen für den Nachwuchsbereich so unverrückbar und alternativlos an einen Ausbau des Gbh zu knüpfen, halte ich für einen großen Fehler, den der alte und der neue Vorstand und der GF Finanzen zu verantworten haben.

Die Idee dahinter ist ja wohl, dass man alle Mannschaften am Gbh trainieren lassen will. Ist eine charmante Idee mit mehr als einem Hauch Romantik, lässt sich jedoch nicht mit der Realität in Übereinstimmung bringen.

U19-Trainer Stefan Ruthenbeck sagte einmal, dass sich an bestimmten Tagen drei Nachwuchsmannschaften einen Trainingsplatz teilen müssten. Das ist weder hilfreich noch sinnvoll und schon gar nicht förderlich.

Bei den Alternativ-Überlegungen müsste man m.E. so flexibel sein, einen Teil der Nachwuchsteams vom Gbh abzuziehen (etwa die Teams von der U8 bis zur U14), so dass im Herrenbereich nur noch 4 Nachwuchsteams + U21 + Profis übrig bleiben würden. Dafür wären die bestehenden Trainingsmöglichkeiten ausreichend.

Wohin nun mit den Teams U8 - U14? Eine denkbare Möglichkeit: Der FC pflegt enge Beziehungen zur 1. Jugendfußballschule Köln. Eine ganze Reihe der dortigen Talente spielen später in den Nachwuchsmannschaften des FC. Vielleicht könnte man die Kooperation so ausgestalten, dass die Mannschaften ab der U8 bis zur U14 dort integriert werden. Die besten Spieler der jeweiligen U14 werden dann in die U15 des FC übernommen.

Vielleicht gibt es Möglichkeiten, Vergleichbares mit einem der Partnervereine (aus dem Kölner Raum) des FC auf die Beine zu stellen?

Und noch eins zum Anfang meines Postings: Wenn unter den zweifellos ungenügenden infrastrukturellen Bedingungen die Nachwuchsabteilung des FC Ergebnisse erzielt, die besser sind als die meisten der deutlich besser aufgestellten Konkurrenten aus der Bundesliga, sagt das einiges aus.

Über die Arbeit der Scouting-Abteilung für den Nachwuchs um Jugend-Chefscout Martin Bülles, der Trainerteams der vielen Nachwuchsmannschaften und auch der Leitung des NLZ, Matthias Heidrich und Carsten Schiel.
Stadiongänger seit 1962

Offline TT

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #463 am: Donnerstag, 09.Sep.2021, 21:25:18 »







Hinsichtlich der Nachwuchsförderung jedoch beneiden uns die Gladbacher, trotz deutlich besserer (oder im Vergleich geradezu paradiesischer) infrastruktureller Bedingungen und trotz eines Einsatzes von Millionen Euro hinken die Niederrheiner hinter uns her.

Jordan Beyer ist der einzige Nachwuchsspieler der Borussia, der es in den letzten Jahren nahe an bzw. punktuell in die erste Elf geschafft hat.

Vergleiche das mal mit der Situation bei uns.

Fraglich, ob Jakobs, Katterbach, Özcan, usw überhaupt gut genug gewesen wären, um bei Gladbach den Durchbruch zu schaffen. Das Level da, ist nun mal seit 2011 deutlich gestiegen im Vergleich zu dem des FC.



 


Offline ben

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #464 am: Freitag, 10.Sep.2021, 11:26:31 »

Fraglich, ob Jakobs, Katterbach, Özcan, usw überhaupt gut genug gewesen wären, um bei Gladbach den Durchbruch zu schaffen. Das Level da, ist nun mal seit 2011 deutlich gestiegen im Vergleich zu dem des FC.



 



Hätten wir die Entwicklung der Klepper genommen wäre ein Wirtz noch da, alles Spekulation, die genannten Spieler wären vielleicht sogar besser aufgrund der Kaderqualität. 😉

Offline Stubbi0107

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Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #465 am: Freitag, 10.Sep.2021, 12:29:17 »
Hätten wir die Entwicklung der Klepper genommen wäre ein Wirtz noch da, alles Spekulation, die genannten Spieler wären vielleicht sogar besser aufgrund der Kaderqualität.
Möglich, aber grundsätzlich ist es ganz normal dass die Durchlässigkeit von der Jugend in die erste Mannschaft bei unseren Nöten höher ist als hättest du einen Kader auf dem Niveau von Gladbach oder gar Bayern/BVB.
Da braucht es dann auch clevere Leihkonzepte um die Spieler näher ranzuführen. Nicht jeder ist so ein Ausnahmetalent wie Wirtz oder Moukoko. Und selbst bei denen wird es eng mit Einsatzzeiten so lange der erste Anzug rund läuft.

Soll jetzt nicht unsere hervorragende Jugendarbeit schmälern, aber die Durchlässigkeit muss man dann schon in Relation zur Qualität des Stammpersonals sehen.
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