Autor Thema: Investor zum Effzeh?  (Gelesen 38558 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Jupp23

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 2020
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #330 am: Sonntag, 06.Jun.2021, 12:23:31 »
Plätze oben zementiert? Findet Union Berlin auch.

Ach komm, das ist mir zu billig. Ich sagte sechs der oberen Pltze sind auf Dauer vergeben. Natürlich ist jedes Jahr Platz für Überraschungen. Heute Union, gestern der FC, morgen vielleicht Mainz. Aber es ist brutal schwer für diese Überraschungsteams, sich im stabilen Mittelfeld oder besser festzusetzen.

Zitat
Der ewige Ruf nach Geld das uneigennützig vom Himmel fällt. Jedes mal dann wenn es sportlich wieder kriselt. Als aufgrund einer einfach nur normalen Arbeit letztlich Europa folgte hörte man diese Rufe nicht.
Dabei war Geld hier nie das Problem, Ausgaben- und Ausgabenkontrolle hingegen sehr. Professionelles Scouting und Teamarbeit. Dafür bräuchte es keine Gönner- oder Chinamillionen sondern einfach nur eine ordentliche Personalauswahl und den Willen zu Arbeit & Veränderung.

Trotzdem sollte man realistisch bleiben. Auch damit wird nie die Meisterschaft rausspringen. Mit ein paar hundert Millionen allerdings auch nicht. Der Vorsprung der Bayern liegt eher im zehnfachen dessen und ein globaler Krake wie der aus Fuschl am See kann jederzeit nochmal ein paar hundert Millionen nachschiessen. Portokasse aus dem Werbebudget. Jeder der nach "geschenkten" Millionen ruft sollte sich darüber im klaren sein, darüber das es keine uneigennützigen Investoren gibt natürlich auch.

Unterschreibe ich alles. Für mich die viel wichtigere Aufgabe für den FC.

Ich will keinen Investor beim FC. Punkt.

Ich will, dass die DFL morgen sagt: Danke Kartellamt, jetzt wissen wir Bescheid. Ciao Wolfsburg, Leverkusen, Red Bull und Hoffenheim! Und dass der FC dann dank guter Arbeit in die Lücke stößt, die frei würde.
Aber wird das passieren? Nö. Weder seitens DFL noch seitens FC.
Der Blick zurück (durchschnittlicher Tabellenplatz 16 über 20 Jahre, im Schnitt jedes dritte Jahr in der 2. Liga) und auf die Situation im Verein lassen fast nichts anderes zu als einen sehr pessimistischen Blick in die Zukunft. Auch mit Investor. Auch das sehe ich nicht anders.

Offline KHHeddergott

  • Der Bruce Willis der Quartalsberichte
  • effzeh-fan
  • Beiträge: 25236
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #331 am: Sonntag, 06.Jun.2021, 12:25:09 »
a) Wir finden ein Management Team, dass es eben doch mit Gladbach aufnehmen kann.
b) Wir gehen den Weg vom HSV.

Man vergisst dabei aber immer leicht, daß beim VfB, Union, Gladbach und Augsburg dabei ein Stadion in der Bilanz stehen haben (VfB mit 40 %, Union mit 99 Jahren Erbbaurecht). Das verschafft Luft in den Jahresabschlüssen. Daß man da in der Mehrzahl durch Investoren und immer durch den Steuerzahler zum Stadion gekommen ist, geschenkt. Das reduziert die Vergelcihsmöglichkeiten auf die SGE. Die 32 % bereits in Notsituationen verkauft hat, zum Glück für die SGE nie an dicke Russen, sondern immer an der Eintracht gewogenen lokalen Investoren.
 

Die Katastrophe fängt damit an, dass man aus dem Bett steigt.

Thomas Bernhard

Offline Cuby

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 4656
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #332 am: Sonntag, 06.Jun.2021, 12:32:32 »
Man vergisst dabei aber immer leicht, daß beim VfB, Union, Gladbach und Augsburg dabei ein Stadion in der Bilanz stehen haben (VfB mit 40 %, Union mit 99 Jahren Erbbaurecht). Das verschafft Luft in den Jahresabschlüssen. Daß man da in der Mehrzahl durch Investoren und immer durch den Steuerzahler zum Stadion gekommen ist, geschenkt. Das reduziert die Vergelcihsmöglichkeiten auf die SGE. Die 32 % bereits in Notsituationen verkauft hat, zum Glück für die SGE nie an dicke Russen, sondern immer an der Eintracht gewogenen lokalen Investoren.
 



Ich verstehe diesen Punkt mit dem Stadion und der Bilanz bisher nicht so richtig. Es wird ja auch vom FC immer wieder davon gesprochen, dass man dadurch die Bilanz endlich aufpolieren könnte. Klar, plötzlich hat man substantielles Anlagevermögen, aber so what? Als Sicherheit dient das Stadion nicht, ist ja de facto nur für den FC etwas wert, entsprechend dürfte sich auch kein Geldgeber von einer tollen Bilanz blenden lassen, die nur auf einem Stadion besteht. Für die insolvenzrechtliche Überschuldung ist das relevant - aber das ist ohnehin ein in der Praxis wenig relevanter Insolvenzgrund, weil man sich zu 99% über die Fortführungsprognose retten kann. Für die Liquidität könnte es relevant sein, wenn die Darlehensraten unter der Stadionpacht liegt, okay. Aber es wird ja explizit immer der Vorteil für die Bilanz genannt.
Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.

Offline Mister P.

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 10234
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #333 am: Sonntag, 06.Jun.2021, 12:44:34 »
Der Begriff "Investor" ist Käse. Es geht nicht um Investitionen und es geht auch nicht um eine realistische Bewertung eines Unternehmenswertes. Es geht letztendlich bei Fußballunternehmen darum, strategische und sportliche Fehlentscheidungen, Pech und grundsätzliches Unvermögen durch stetigen Geldfluss auszugleichen. Anteilsverkäufe werden nicht den gewünschten Erfolg bringen, wenn der neue Anteilseigner nicht bereit ist, Verluste ständig auszugleichen, also weit mehr Geld in den Club zu pumpen, als der Club jemals wert sein könnte. Denn der Witz ist: Ist die sportliche und strategische Kompetenz im Club groß genug, damit der "Investor" nicht ständig nachschießen muss, ist der "Investor" per se überflüssig. Ob der FC einmal 100 Mio. oder 200 Mio. € bekommt, ist über einen längeren Zeitraum betrachtet  nicht so ein großer Faktor. Denn auch 100 oder 200 Mio. € sind im Profifußball durch schlechte Entscheidungen schnell verbrannt. Ein Blick nach Wolfsburg oder Leverkusen reicht. Dort wurden über die letzten 20 Jahre dreistellige Millionensummen verbrannt für überschaubaren, sportlichen Erfolg; und selbst deren Substanz reicht bei weitem nicht aus, um ohne die Möglichkeit, Verluste in der Konzernbilanz konsolidieren zu lassen, zwei oder drei Jahre mit schlechten Entscheidungen überleben zu können.


Sehr gut auf den Punkt gebracht. Genau deswegen hat uns ein „Investor“ gerade noch gefehlt. Nicht. In Sachen „Geld verbrennen“ ist der FC schon aktuell ganz weit vorne. Warum sollte man Wehrle und seinen Buddies aus dem Business noch mehr Geld als Heizmaterial zur Verfügung stellen, wenn dies mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit schnellstmöglich durch den Schornstein geht, uns sportlich keinen Zentimeter weiter bringen würde, und dafür Teile des Vereins verhökert werden? Das ist keine gute Idee, auch nicht projektbezogen.

Offline MLM

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 5901
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #334 am: Sonntag, 06.Jun.2021, 13:14:53 »

Ach komm, das ist mir zu billig. Ich sagte sechs der oberen Pltze sind auf Dauer vergeben. Natürlich ist jedes Jahr Platz für Überraschungen. Heute Union, gestern der FC, morgen vielleicht Mainz. Aber es ist brutal schwer für diese Überraschungsteams, sich im stabilen Mittelfeld oder besser festzusetzen.
 


Ja. Es bietet sich halt an, gerade weil die zu dieser Saison 20% der Ausgaben des FC getätigt haben. Ansonsten sind wir uns ja völlig einig. Wir haben den Anschluss verpasst. Zum ersten Mal als die CL erfunden wurde und wir vorher noch 2x Vize wurden und zum zweiten Mal nach Bosman. Wir sind nur noch ein Nischenclub der sich von dem ernähren könnte was die andern vom Tisch fallen lassen. Nur ernähren wir uns bisher nicht mal davon sondern von dem was der Hund frisst und auskackt. Sicherlich könnte man diesen Trend mit etwas mehr Geld nochmal dahin lenken das man wenigstens noch vor dem Hund anfängt zu essen aber das war es dann auch. Dafür hat man dann aber ein Stachelhalsband um. Wer das will, wegen mir. Wer aber glaubt damit könnte man nochmal mit den Großen mitspielen macht sich was vor.
Na Palm

Offline drago

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 5254
  • Geschlecht: Männlich
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #335 am: Montag, 07.Jun.2021, 02:23:40 »
Wer aber glaubt damit könnte man nochmal mit den Großen mitspielen macht sich was vor.

ich gehöre tatsächlich zu den leuten, die glauben, dass wir nochmal mit den großen mitspielen könnten - dafür braucht es aber keinen investor, sondern jahre, eher jahrzehnte konstant guter arbeit. ohne störfeuer von aussen, inclusive dauerhafte entsorgung der leute, die diesem erfolg im weg stehen. das ganze ist also rein theoretisch, da es praktisch vermutlich schon an den ersten schritten (fähige leute einstellen und gute arbeit abliefern) scheitern wird, von der entsorgung von volk wie wehrle muss man da gar nicht anfangen.

Offline I.Ronnie

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 25364
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #336 am: Montag, 07.Jun.2021, 08:27:28 »
ich gehöre tatsächlich zu den leuten, die glauben, dass wir nochmal mit den großen mitspielen könnten - dafür braucht es aber keinen investor, sondern jahre, eher jahrzehnte konstant guter arbeit. ohne störfeuer von aussen, inclusive dauerhafte entsorgung der leute, die diesem erfolg im weg stehen. das ganze ist also rein theoretisch, da es praktisch vermutlich schon an den ersten schritten (fähige leute einstellen und gute arbeit abliefern) scheitern wird, von der entsorgung von volk wie wehrle muss man da gar nicht anfangen.


Das glaube ich tatsächlich nicht, weil ich es eben für unwahrscheinlich halte, über den erforderlichen Zeitraum konstant gute Arbeit zu leisten und Glück zu haben. Zumal im Wettbewerb mindestens 5 bis 6 Akteure unterwegs sind, die nach Jeder Saison finanziell den Resetknopf betätigen können. Nach ganz oben wird man es in einer Ausreißersaison schaffen können. Die Möglichkeit besteht immer. Aber selbst das, was Schalke oder Dortmund Mitte der 90er geschafft haben, wird nicht mehr möglich sein. Da war das Konkurrenzumfeld ein anderes und die Schere zwischen den Top 3 oder meinetwegen den Bayern und dem Rest nicht so extrem. Man sieht an Bremen, wie schnell die Substanz weg ist, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt. Man sieht es an Schalke. Man hat es im Grunde auch beim BvB gesehen. Leverkusen wäre nach dem Fastabstieg damals nicht mehr ohne die finanzielle Hilfe von Bayer zurück gekommen, Wolfsburg wäre schon kurz nach der Meisterschaft wieder in der Versenkung verschwunden.

Das Problem ist schlicht, dass sportlicher Erfolg die Gehaltsausgaben massiv nach oben schraubt, weil die Einnahmen ebenfalls stark steigen. Bleibt der sportliche Erfolg dann mal eine Saison aus, fehlen diese Einnahmen und die Gehälter zehren ratzfatz die Substanz auf. Und dann brauchst du eben einen Partner, der nachschießt und diese Einnahmeausfälle auffängt. Hast du diese Möglichkeiten als Club nicht, ist dein Gastspiel an der Sonne wieder vorbei.

Aus diesem Grund muss man festhalten, dass die Aussage eben doch stimmt: Nach ganz oben kommt ein Club wie der FC nur mit einem "Investor". Aber das ist dann kein Ankerinvestor wie Adidas oder die Allianz bei den Bayern, also nicht REWE oder Ford. Mal ganz davon abgesehen, dass wir für so eine Investition uninteressant sind. Es wird sich auch niemand finden, der für 20 oder 30% der Anteile am FC jeden Sommer die Verluste ausgleicht. So ein Investor nimmt sich den FC als Ganzes. Das ist eben die Kehrseite der Medaille. Der Teufel nimmt sich ja auch nicht deinen kleinen Finger von der schwachen Hand, der nimmt sich deine Seele.

Offline der Pate

  • desillusionierter Effzeh-Fan
  • Global Moderator
  • Beiträge: 5786
  • Hier könnte Ihre Werbung stehen
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #337 am: Montag, 07.Jun.2021, 08:33:33 »
ich meine wir haben doch mit Gladbach ein sehr gutes Beispiel. Ich denke wir sind uns einig, dass die absolut am oberen Limit performen, seit Jahren. Auch hier gibt es immer wieder Jahre in denen es nunmal maximal für einen Platz im Mittelfeld reicht. Letztendlich wäre es doch schon super, würden wir mal wieder gefühlt etwas näher rankommen. Realistisch jedes Jahr einen einstelligen Tabellenplatz haben und würde es hin und wieder für Europa reichen. Was einfach nicht passieren darf ist, dass wir ständig am seidenen Faden eines Abstiegs hängen und wenn der eintrifft, dann sind wir wirtschaftlich von der Existenz bedroht. Ich glaube das ist schon möglich zu erreichen, nach den derzeitigen Rahmenbedingungen. Wir wissen natürlich nicht wie die Fußballwelt in 10 Jahren aussieht.
Roma Roma Roma
Core de 'sta città
Unico grande amore
De tanta e tanta ggente
Che fai sospirà

Online MARCO23

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 3650
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #338 am: Montag, 07.Jun.2021, 09:00:28 »
Wir wissen natürlich nicht wie die Fußballwelt in 10 Jahren aussieht.

Das wäre doch der Entscheidene Punkt.
Ich gehe davon aus, dass die Fussballblase platzen wird. Das interesse an den TV Übertragungen geht ja merklich zurück.
Die Heuschrecken werden sich zurückziehen und verbrannte Erde hinterlassen.
Das wäre dann der Zeitpunkt wo man direkt einige Vereine hinter sich lassen würde.

Offline Lobi

  • effzeh-fan
  • Beiträge: 8296
  • Geschlecht: Männlich
Re: Investor zum Effzeh?
« Antwort #339 am: Montag, 07.Jun.2021, 09:58:04 »
Investoren können schon helfen etwas aufzubauen, von einem Tag auf den anderen oben mitspielen dagegen ist allerdings nicht drin. Wenn man aber Fachleute im Verein hat, und dies nicht nur vereinzelt sondern durchgängig auf allen Positionen, und eine gemeinsame Philosophie entwickelt wird kann das einen Verein allerdings schon zumindest konsolidieren und das vielleicht schneller als ohne Investor oder aber zumindest mit geringerem Risiko weil nicht jeder Transfer sitzen muss und man vielleicht auch mal einen Topspieler 1 Jahr länger halten kann. Stuttgart hat sich durch die Daimler Millionen in eine gute Ausgangsposition gebracht was ohne dieses Geld so nicht möglich gewesen wäre. Ob das dauerhaft funktionieren wird steht aber natürlich in den Sternen.

Ist aber bei uns ohnehin müssig weil wir 1. diese Fachleute nicht haben und 2. keine gemeinsame Philosophie möglich sein wird weil es jedem zunächst darum geht sein Pöstchen zu behalten.